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Utopia Matters im Deutsche Guggenheim
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Der Traum von Kunst und Leben:
Utopia Matters im Deutsche Guggenheim


Die 50. Ausstellung im Deutsche Guggenheim widmet sich einem zentralen Thema in der Kunstgeschichte der Moderne – der Utopie als Inspiration für künstlerisches Schaffen und als Modell für das Leben von Künstlergemeinschaften. Dabei ist "Utopia Matters: From Brotherhoods to Bauhaus" mehr als eine retrospektive Schau. Die hochkarätigen Exponate von Künstlern wie Kandinsky, Klee oder Mondrian werden von aktuellen Positionen ergänzt.


Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden Bruderschaften, die dem Ideal der kollektiven Arbeit verpflichtet waren und sich in Künstlerkolonien zurückzogen. Ihre Blütezeit erlebten diese utopischen Strömungen gegen Ende des 19. Jahrhunderts: Immer mehr Künstler, Architekten und Kunstgewerbler suchten eine Alternative zur rasant voranschreitenden Industrialisierung und der Geschäftigkeit der Städte. Die Avantgarde nach dem Ersten Weltkrieg verfolgte dagegen das Ziel einer idealen, in der Abstraktion verkörperten Harmonie und glaubte an die Möglichkeit einer gesellschaftlichen Erneuerung durch Kunst und Design.

Diese Vision ist gerade auch ür eine junge Künstler- und Designergeneration hochaktuell. Deshalb wird die 50. Ausstellung im Deutsche Guggenheim, Utopia Matters: From Brotherhoods to Bauhaus, von dem Workshop Youtopic begleitet. Gemeinsam mit den Professoren Hans Höger und Dominik Harborth und der Designerin Alin Köhler haben Studenten interaktive Objekte entwickelt, mit denen die Besucher der Ausstellung gemeinsam experimentieren können. Außerdem hat die chinesische Künstlerin Cao Fei eine Multimedia-Installation für das Deutsche Guggenheim konzipiert. Und an der Fassade der Ausstellungshalle hat Luca Buvoli einen Banner installiert, der die Dynamik der frühen Avantgarden wie Futurismus oder Konstruktivismus und Buvolis Begeisterung für das Fliegen verbindet. In dieser Gegenüberstellung ganz aktueller und historischer Positionen eröffnet die Schau neue Sichtweisen auf die Kunstströmungen des 20. und 21. Jahrhunderts.

Utopia Matters stellt beispielhaft eine Reihe internationaler Künstlergemeinschaften vor. Die von Vivien Greene, Kuratorin des New Yorker Guggenheim Museums, organisierte Schau umreißt die Zeit zwischen 1800 und 1933 – dem Jahr, in dem das Bauhaus geschlossen wurde und die Nationalsozialisten diesem zukunftsweisenden Projekt ein Ende setzten. Die Entwicklung utopischer Ideen in der modernen westlichen Kunst wird durch eine Vielzahl selten gezeigter Werke veranschaulicht: Der von Religiosität und mittelalterlichen Mythen durchdrungenen Welt der Nazarener und Präraffaeliten stehen die ornamentalen, von sozialistischen Ideen geprägten Entwürfe der Arts and Crafts Bewegung um William Morris gegenüber. Die lichtdurchfluteten Landschaften der Neoimpressionisten treffen auf die reduzierten Abstraktionen von De Stijl und Bauhaus, die mit Meistern wie Mondrian, Kandinsky oder Albers vertreten sind. Dabei hat Vivien Greene Exponate ausgewählt, die über einen zeitlichen Abstand oder Ländergrenzen hinweg miteinander korrespondieren. So veranschaulicht die Ausstellung wie Künstler bei der Arbeit mit dem gleichen Medium zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen kamen. Außerdem betont die Ausstellung den Stellenwert von Design und Handwerk.

Ganz unmittelbar macht Utopia Matters erfahrbar, welch wichtige Rolle die gesellschaftlichen Bezüge von Kunst, Architektur und Design für die Moderne und ihre Vorläufer spielten. Zugleich regt die Ausstellung dazu an, künstlerische Utopien nicht nur als historisches Erbe zu begreifen, sondern als Idee, die es ständig weiter zu entwickeln und zu aktualisieren gilt.


Utopia Matters: From Brotherhoods to Bauhaus
23. Januar – 11. April 2010
Deutsche Guggenheim
Berlin




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