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Frieze goes YouTube
Ein Gespräch mit Frieze Projects-Kurator Neville Wakefield


Während die US-Künstlerin Sharon Hayes die Besucher der Frieze mit nutzlosen Informationen verwirrt, lockt sie der junge Däne Tue Greenfort in eine Lounge, wo sie unmerklich dehydriert werden: Zentrales Thema vieler Beiträge für die Frieze Projects ist die Auseinandersetzung mit der Messe selbst. Seit jeher das Herzstück der Londoner Messe, umfasst das kuratierte Programm neben zahlreichen Auftragsarbeiten auch wieder Filme, Talks und Konzerte. Frieze Projects-Kurator Neville Wakefield im Interview mit Oliver Koerner von Gustorf.




Oliver Koerner von Gustorf: Viele Arbeiten für die Frieze Projects wirken wie ironische Kommentare zu Markt und Messegeschehen. Wie positionieren Sie sich dabei als Kurator?

Neville Wakefield: Die Einzigartigkeit der Frieze unter den Kunstmessen beruht auch darauf, dass sie Künstlern eine Plattform dafür bietet, sich mit einzelnen Aspekten der Messe auseinanderzusetzen – etwa dem Markt, dem Geschehen auf der Messe, der Art, wie die Kunst hier präsentiert wird und so weiter. Mein Job ist es ganz einfach, den Dialog zwischen den Künstlern und der Messe so anregend wie möglich zu machen.

Nach welchen Kriterien haben sie die Künstler ausgewählt?

Ich versuche die Form des Kuratierens zu vermeiden, die den Künstlern für ihre Arbeiten strenge Kriterien vorgibt, nach denen sie sich zu richten haben. Das schränkt meiner Erfahrung nach die möglichen Ergebnisse viel zu sehr ein. Die Gefahr dieser vorformulierten Erwartungen liegt darin, dass die Arbeiten nur noch eine bestimmte kuratorische Idee illustrieren. Statt Dinge im Vorfeld auszuschließen geht es mir vielmehr darum, Ideen im Gespräch mit den Künstlern zu entwickeln. Das kann mit der Frage nach der Bedeutung der Messe als Ort, an dem Kunst gezeigt, verkauft oder gefördert wird, beginnen. Oft landet man dann aber schließlich in ganz anderen Bereichen.

Ein wichtiger Bestandteil des diesjährigen Programms sind die Frieze Films. Sie laden auch Nicht-Künstler ein, sich hierbei via YouTube mit eigenen Kurzfilmen zu beteiligen. Wie kam es zu diesem sehr demokratischen, nicht-elitären Ansatz?

Normalerweise ist das Filmemachen eine derartig teure und arbeitsintensive Sache, dass die Hauptarbeit im Vorfeld der Produktion geleistet wird und das Endergebnis bei Drehbeginn schon feststeht. Bei dem Filmprogramm ging es mir deshalb um einen kuratorischen Ansatz, der viele Möglichkeiten zulässt, was bei einer gängigen Filmproduktion eben nur selten der Fall ist. YouTube scheint mir dafür die perfekte Plattform zu sein.

Warum haben Sie sich für ihr Filmexperiment von Cormac McCarthys Roman The Road inspirieren lassen?

Abgesehen davon, dass dieses Buch auf tiefgründige und bewegende Weise eine post-apokalyptischen Zukunft schildert, ist es gleichzeitig sehr visuell und spielt auf viele Film-Genres an: Science Fiction, Filme über das Erwachsenwerden, Horror, Road Movies. Das macht ihn zu einem guten Ausgangspunkt für eher abstrakte Kurzfilme wie wir sie uns vorstellen. Zentraler Charakter des Romans ist die Landschaft und das schien uns eine passende Inspiration für Filmemacher zu sein, die mehr Wert auf die visuelle Sprache als auf die Erzählung legen.

Sind Sie zufrieden mit dem kreativen Output? Wie wählen Sie aus der Menge der eingesendeten Filme aus?

Ich arbeite mit einem Redakteur zusammen und die Auswahl beruht einerseits auf der Stärke des einzelnen Beitrags und andererseits darauf, wie der Clip im Zusammenspiel mit den anderen Arbeiten wirkt. Die Qualität des eingesendeten Materials ist sehr unterschiedlich. Auch das macht den Auswahlprozess so spannend.

In welcher Form werden Sie die Filme auf der Frieze Art Fair präsentieren?

Die Filme sind auf der Messe so zu sehen, wie sie eingereicht wurden. Wir hoffen aber, dass die endgültige Zusammenstellung auch im Rahmen unseres Musikprogramms in einem Theater oder Kino mit Live-Musik gezeigt werden kann.






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