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Drawing a Tension
Werke der Sammlung Deutsche Bank in Lissabon



Seit über 50 Jahren ist sie ein Fixpunkt in Portugals Kulturlandschaft: Umgeben von einem großen Skulpturenpark liegt die Fundação Calouste Gulbenkian mit ihren Museen mitten im Zentrum von Lissabon. In diesem Sommer präsentiert die Stiftung mit "Drawing a Tension" erstmals Werke aus der Sammlung Deutsche Bank in Portugal. Ausgewählt wurden sie von Jürgen Bock, Kurator und Direktor der Schule für Visuelle Kunst Maumaus in Lissabon.



Fundação Calouste Gulbenkian, Lissabon

Premiere an den Ufern des Tejo: Mit Drawing a Tension im Lissabonner Gulbenkian-Museum zeigt die Deutsche Bank erstmals in Portugal eine umfangreiche Ausstellung mit Werken aus ihrer Sammlung. Ziel der Schau ist es, die Sammlung Deutsche Bank aus einer neuen, ungewohnten Perspektive zu präsentieren. Deshalb lud die Bank einen externen Kurator ein, die Ausstellung zu organisieren. Die Wahl fiel auf Jürgen Bock. Der Kurator, Kunstkritiker und Direktor der Escola de Artes Visuais Maumaus, der vor fast zwanzig Jahren von Deutschland nach Portugal zog, gilt als profunder Kenner der Kunstszenen beider Länder.


Josef Albers, Studie für eine Hommage an das Quadrat, 1964,
Sammlung Deutsche Bank


Blinky Palermo, 4 Prototypen, 1970,
Sammlung Deutsche Bank

Drawing a Tension stellt dem portugiesischen Publikum neben Arbeiten deutscher Kunstikonen wie Joseph Beuys, Martin Kippenberger, Blinky Palermo und Gerhard Richter auch aktuelle, internationale Positionen wie Francis Alÿs, Pedro Barateiro, Louise Bourgeois, Thomas Hirschhorn, Maria Lassnig, Karin Sander oder Atsuko Tanaka aus der Sammlung Deutsche Bank vor. Bocks Konzept folgend ist die Ausstellung, die Meistwerke der Klassischen Moderne bis hin zu Arbeiten der Gegenwartskunst umfasst, weder chronologisch geordnet, noch traditionell nach Medium, Technik oder kunstwissenschaftlichen Kriterien klassifiziert. Vielmehr lädt Drawing a Tension ein, verwandte Ansätze in Werken unterschiedlicher Gattungen, Stilrichtungen oder Herkunftsländen aufzuspüren. Die Gegenüberstellung widersprüchlicher Positionen belegt, dass auch Werke, die längst zum Kanon der Kunstgeschichte gehören, im Dialog ihre ursprüngliche "Brisanz" – auf politischer, sozialer und intellektueller Ebene – wiedergewinnen können.


Fundação Calouste Gulbenkian, Lissabon

Teil des Ausstellungskonzepts ist es auch, die Kunstwerke mit der modernistischen Architektur des Museums in Beziehung treten zu lassen. In der Schau lässt der Kurator die einzelnen Sektionen, aber auch Exponate und Ausstellungsräume in spannungsvollen Gegenüberstellungen aufeinander treffen. Programmatisch erscheint dabei das Wortspiel im englischen Titel der Schau, das zwischen den Bedeutungen "Spannung" und "Aufmerksamkeit" oszilliert. "Da die Werke vor Ort möglicherweise ganz andere Dialoge entfachen", räumt Bock im Vorfeld der Ausstellung jedoch ein, dass sich die endgültige Zusammenstellung der Werke wohl erst beim Aufbau entscheidet.


Günther Förg, Barcelona Pavillon (Nr. 2), 1989,
Sammlung Deutsche Bank


Günther Förg, Bauhaus, 1993,
Sammlung Deutsche Bank

Fest steht schon jetzt: Zwei Künstler, die sich in ihren Arbeiten mit der Moderne auseinandersetzen, werden in zwei einander gegenüberliegenden Bereichen des Ausstellungsraums unterschiedliche Werkgruppen repräsentieren. Günther Förg mit seinen Fotografien modernistischer Architekturikonen – das Bauhausgebäude, Mies van der Rohes Barcelona-Pavillon, die Wohnungsbauten von Le Corbusier – und Markus Lüpertz, dessen Gemälde und Zeichnungen die Abstraktion als Errungenschaft der Moderne feiern. Bedeutende Protagonisten der Kunstgeschichte sind gleich mit mehreren Werken vertreten.



Markus Lüpertz, Paletten - Pilz, zu Palette -Dithyrambisch,
Sammlung Deutsche Bank

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