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Hip Hop an der Wall Street
"Art from The Watermill Center" im Deutsche Bank Atrium in New York


Eine blinkende Lichterkette, ein chaotisches Arrangement aus bunten Tellern und Essstäbchen, Videobilder von asiatischstämmigen Kids, die im New Yorker Chinatown zu Hip-Hop-Rhythmen tanzen – die Video-Installation in einem Schaufenster im öffentlich zugänglichen Deutsche Bank Atrium transportiert Street Style in das Geschäfthaus an der Wall Street.



Cao Fei, Hip Hop New York, 2006
Courtesy the artist/ Lombard-Fried Projects

Hip Hop New York, eine Arbeit der chinesischen Künstlerin Cao Fei, entstand ursprünglich für das in den Hamptons gelegene Byrd Hoffman Watermill Center. Das von dem visionären Theatermacher und Künstler Robert Wilson gegründete Zentrum feierte diesen Sommer seine Wiedereröffnung. Zu diesem Anlass realisierten fünf internationale Künstler im Rahmen eines Artist-in-Residence-Programms ortsspezifische Installationen. Gesponsert wurden die Stipendien und die in Watermill entstandenen Arbeiten von der Deutschen Bank. Zwei dieser Künstler hat die Bank jetzt eingeladen, ihre Installationen auch in New York zu zeigen. Art from The Watermill Center ist dort noch bis zum 15. Oktober im Deutsche Bank Atrium an der Wall Street zu sehen.



Andrey Bartenev, Emily loves the TV, 2006
Courtesy the Artist

In dem gut besuchten Innenhof hat direkt neben Hip Hop New York Andrey Bartenevs Arbeit Emily Loves the TV ein weiteres Schaufenster okkupiert. Darin starrt eine lebensgroße Puppe in klinisch weißem Ambiente auf einen Fernsehschirm. Über den Monitor flimmern in einer Endlosschleife Bilder eines Mundes, aus dem unablässig Zigarettenrauch quillt. Seine fernsehsüchtige Protagonistin hat der in Moskau lebende Künstler und Performer aus hunderten von Zigaretten zusammengesetzt.



Andrey Bartenev und Emily

Gemeinsames Thema der beiden Installationen ist die Interaktion zwischen Betrachtern und Kunstwerken und die Frage, wie deren Rezeption vom persönlichen und kulturellen Hintergrund des Publikums geprägt wird. Sie benutzen spielerische Formen, um sich mit aktuellen Themen wie Individualität und Identität auseinander zu setzten und mit einer globalisierten Welt, die immer stärker von medialen Images bestimmt wird.



Cao Fei, Hip Hop New York, 2006
Courtesy the artist/ Lombard-Fried Projects

Während Bartenevs Installation mit gleich zwei Obsessionen der westlichen Konsumgesellschaft – Fernsehen und Rauchen – spielt, erscheinen die Bilder von Cao Feis Hip Hop New York gleichzeitig als ironischer Kommentar zu Verführungskraft einer globalisierten Popkultur, aber auch als Zeugnis des Enthusiasmus, mit dem Phänomene wie Hip Hop rezipiert werden. Die 1978 geborene Künstlerin ist eine der wenigen Frauen in der boomenden chinesischen Szene. Ihre Arbeiten zwischen theatralen Performances und Kurzfilmen reflektierten ihre Faszination für die synthetische Bilderwelt der Computerspiele, japanische Manga-Comics und Fernsehserien.

Art from The Watermill Center belegt erneut den Einsatz der Deutsche Bank für junge, innovative Kunst. Wie Robert Wilsons Watermill Center fördert sie seit vielen Jahren Künstler, die am Anfang ihrer Karriere stehen. Sie unterstützt die Realisation neuer Arbeiten und fördert Ausstellungen, die es einem breiten Publikum ermöglichen, sich mit den vielfältigen und oft auch herausfordernden Positionen zeitgenössischer Kunst auseinanderzusetzen.

Art from The Watermill Center: Two Installations
Andrey Bartenev and Cao Fei

Deutsche Bank Atrium, 60 Wall Street
bis 15. Oktober 2006

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