In dieser Ausgabe:
>> Eric Fischl: Räume für das Illegitime
>> Portrait: Anna Orlikowska
>> Was machen Sie im Sommer?
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Iberische Tour:
Lissabon - Porto - Bilbao - Madrid



Die iberische Tour führt durch den Kunstsommer der portugiesischen Hauptstadt Lissabon über die Weinstadt Porto ins spanische Bilbao mit seinen architektonischen Highlights, und findet in der Kunstmetropole Madrid einen kulturellen und kulinarischen Ausklang.



Torre de Belem, Lissabon
Foto: Apollonio Pierpaolo, www.apollonio.net

Mit dem Nachtzug nach Lissabon? Nicht nur der durch Pascal Merciers Bestseller angeregte Leser mag sich in diesem Sommer für einen Trip in die portugiesische Hauptstadt entscheiden. Die Stadt am Rande Europas bietet Kennern Einblicke in eine quicklebendige Kunstszene, die sich abseits der internationalen Zentren formiert hat.



Helena Almeida, Seduzir, 2002
Courtesy Galeria Helga de Alvear

Eingebettet zwischen der manuelinischen Klosteranlage der Hieronymiten und der malerischen Torre de Belem stellt das Centro Cultural de Belem eine der bedeutendsten Galeriensammlungen der iberischen Halbinsel vor: Helga de Alvear - Konzepte für eine Sammlung präsentiert aktuelle Positionen in Fotografie, Video und Installation. Neben Werken von Marina Abramovic oder etwa Gabriel Orozco bildet die portugiesische Kunst einen Schwerpunkt mit Arbeiten der Performance-Künstlerin Helena Almeida oder von Joana Vasconcelos, die 2005 auf der Venedig Biennale mit ihrem fast fünf Meter hohen Kronleuchter aus Tampons für Aufsehen sorgte, sowie den konstruktivistischen Rauminstallationen von José Pedro Croft.




José Pedro Croft, Partial view of the exhibition
at Estudio Helga de Alvear, Madrid, 2004
Courtesy Galeria Helga de Alvear

Wie wär's mit einer Kunstpause? In unmittelbarer Nachbarschaft des Hieronymitenklosters ist die Fábrica dos Pastéis de Belem (gegr. 1837) unbedingt zu empfehlen. Die noch warm servierten Sahnepasteten in hauchzartem Blätterteig sind mehr als eine Versuchung wert und geben einen einzigartigen Vorgeschmack auf die vorzügliche Patisserie des Landes - Vorsicht! Macht süchtig!



Paula Rego, The Shakespeare Room, 2005

Umgeben von einem großen Skulpturenpark lädt die Fundação Calouste Gulbenkian an heißen Tagen zu Besuchen in ihre kühlen Schatzkammern ein. Seit 1983 beherbergt das Gulbenkian Museum auch das Centro de Arte Moderna: Arbeiten des Bildhauers und Objektkünstlers Pedro Cabrita Reis, der sich in seinen Raumarchitekturen mit dem kulturellen Gedächtnis beschäftigt, subversiv verstörende Malereien der in London lebenden Paula Rego oder etwa die an bedrohliche mittelalterliche Folterapparaturen erinnernden Metallskulpturen von Rui Chafes sind hier versammelt.



Santiago Calatrava, Gare do Oriente, Lissabon

Architekturliebhaber wird das weitläufige Areal an der Mündung des Tejo Flusses im Nord-Osten der Stadt anziehen. Gleich zwei Stararchitekten haben hier anlässlich der Expo `98 ein Ex-Libris ihrer Baukunst errichtet: der Spanier Santiago Calatrava mit seinem Bahnhof Gare do Oriente, ein riesiges Dinosauriergerippe mit futuristischem Innenleben, und der Portugiese Alvaro Siza Vieira, dessen Portugal Pavillon durch ein gigantisches frei tragendes Dach beeindruckt.



Portweinboote auf dem Douro Fluss in Porto
Foto: Apollonio Pierpaolo, www.apollonio.net

In Vino Veritas! In Porto, weiter im Norden des Landes, ist der Besuch in einem der zahlreichen Weinkeller an der Uferpromenade des Altstadtviertels Ribeira Pflicht. Direkt am Fuße der Dom-Luis-Brücke, wo die berühmten Portweinboote vor Anker liegen, lässt sich ein kühles Glas Port am schönsten genießen.



Casa de Serralves, Porto

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