In dieser Ausgabe:
>> Paul Morrison: Negative Visionen, pastorale Schönheit
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©Paul Morrison
Courtesy of Alison Jacques Gallery, London

Am bekanntesten ist Morrison allerdings für seine ausufernden Wandgemälde, die ganze Galerien ausfüllen können, wie auch seine jüngste Auftragsarbeit Mesophyte, die er für den Western Bridge Space in Seattle anfertigte. Hierbei handelte es sich um ein 360° Diorama, dessen Horizont sich über alle vier Wände des Raumes zieht. Solch eine Landschaft ahmt keine wirklichen Gärten nach und gleicht auch nicht den "horti picti", jenen naturalistisch gemalten Gärten, die einst die Könige von Frankreich oder wohlhabende Kaufleute in Auftrag gaben. Stattdessen kreiert er einen völlig neuartigen Raum, der gleichermaßen flach und dreidimensional ist. Dazu bemerkt Morrison: "Es gibt da dieses Oszillieren zwischen dem, was als Zeichen oder als Repräsentation wahrgenommen wird."



Gamodeme, 2006
Site specific wall painting at The Contemporary Museum, Honolulu
©Paul Morrison
Courtesy of Alison Jacques Gallery, London

Seine jüngsten bildhauerischen Arbeiten und scherenschnittartigen Reliefs im Außenraum wie etwa Topocline (2005), Snowblind, oder Capitulum arbeiten sämtlich mit dem Hervortreten oder Zurückweichen von Bildflächen. In seinem aktuellen Werk entfernt sich Morrison zunehmend von den idyllischen Bereichen von Comic und Cartoon und bewegt sich hin zu einer Sphäre, in der Gebäudeformen und Architekturen eine verstärkte Rolle spielen. So beginnen in einigen Bildern Dürer-artige Häuser und Windmühlen neben Blüten und Bäumen zu aufzutauchen. Während sich nun auch Elemente des Porträts in seine Arbeit einschleichen, spannt er einen Bogen zwischen Innen- und Außenlandschaften, zwischen Privaten und Öffentlichem, dem Natürlichen und Digitalisiertem. Ohne Zweifel wird er damit fortfahren, eine Landschaft zu kultivieren, deren Boden sich als unerschöpflich fruchtbar erweist.

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