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100 Jahre Anton Stankowski: Eine Retrospektive in der Staatsgalerie Stuttgart

Anton Stankowski,
Logoentwurf Deutsche Bank, 1974,
©Stankowski Stiftung


Über die Kunst des Weglassens hat sich Anton Stankowski (1906-1998) ein Leben lang Gedanken gemacht. Das Ergebnis ist ein riesiges Werk von freier und angewandter Kunst, das die Staatsgalerie Stuttgart zum 100. Geburtstag des großen deutschen Künstlers zeigt. Ab dem 8. April werden hier Stankowskis Papierarbeiten und abstrakte Tafelbilder neben experimentellen Fotos und gestalterischen Aufträgen ausgebreitet, die bis heute das visuelle Design beeinflussen. Zu seinen einprägsamsten Auftragsarbeiten zählt auch das Logo der Deutschen Bank. Stankowski, der mit zahlreichen Arbeiten in der Sammlung des Unternehmens vertreten ist und dessen Retrospektive von der Bank gesponsert wird, hat es 1974 entworfen. Er gilt als einer der Väter des Corporate Design – obwohl oder vielleicht gerade weil er seine künstlerischen Impulse unbeirrt in die Gebrauchsgrafik einfließen ließ.


Grafische Meisterwerke aus der Peter Blum Edition


Eric Fischl, The Year of the Drowned Dog, 1983

So viel Grafik aus dem späten 20. Jahrhundert war bislang in keiner Museumsschau zu sehen: Das Museum of Fine Arts in Houston (MFAH) zeigt ab dem 23. April Singular Multiples: The Peter Blum Edition Archive, 1980-1994, ein Konvolut von über 400 Blättern, zu dem auch erste Studien und Probedrucke gehören.
Der Kritiker und Kunsthändler Peter Blum entschied sich Anfang der achtziger Jahre dafür, Editionen europäischer und amerikanischer Künstler seiner Generation zu verlegen.

Statt einzelner Arbeiten schufen Maler wie Alex Katz oder A.R. Penck, Louise Bourgeois und Rosemarie Trockel Serien, deren Blätter sich zu einem Gesamtwerk ergänzen. "Blum zählt zu den wichtigsten Kunstverlegern des 20. Jahrhunderts", erklärt Peter Marzio als Direktor des MFAH, das ein Exemplar jeder Edition besitzt. Die Grafiken, darunter Blums allererste Serie – 8 Experiences (1981) von Penck –, die auch die Deutsche Bank für ihre Sammlung früh angekauft hat, werden in drei aufeinander folgenden Ausstellungen präsentiert. Die Deutsche Bank fördert die Schau.


"Full House – Gesichter einer Sammlung" - die Kunsthalle Mannheim inszeniert ihre Bestände neu


In der Kunsthalle Mannheim verlässt man sich nicht mehr auf die herkömmliche chronologische Hängung und strenge Abgrenzung von künstlerischen Medien. Einen Monat lang war das Haus aufgrund weit reichender Umbaumaßnahmen für Full House – Gesichter einer Sammlung geschlossen, nun präsentiert sich die Sammlung mit einem völlig neuen Konzept: Als hintergründiges "Cross-over" von Arbeiten aus völlig unterschiedlichen Jahrzehnten und Genres, die sich nebeneinander behaupten müssen. Zur aktuellen Fotografie, zu Videoarbeiten und Medieninstallationen aus jüngster Vergangenheit gesellen sich Werkgruppen moderner Kunst mit Malerei von Max Liebermann, Oskar Kokoschka oder Claude Monet und Plastiken von Auguste Rodin oder Alberto Giacometti. Diese innovative Idee einer Präsentation, die den Betrachter völlig undidaktisch durch künstlerische Stilrichtungen führen und ihn selbst konstante Themen und Motive entdecken lassen will, hat auch die Deutsche Bank überzeugt: Sie tritt als Sponsor der bis in den Herbst laufenden Ausstellung auf.



Francis Bacon, Papst, 1951

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