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Dialog Skulptur:
Zeichnungen und Skulpturen aus der Sammlung Deutsche Bank im Mannheimer Kunstverein und im Kunstverein Ludwigshafen



Am 22.Januar wird zeitgleich an zwei baden-württembergischen Kunstvereinen eine Ausstellung eröffnet, die mit rund hundert Werken die vielschichtigen Verbindungen zwischen künstlerischen Arbeiten auf Papier und dem Medium Skulptur untersucht. Nachdem die von Dr. Ariane Grigoteit kuratierte Schau "Dialog Skulptur" aus der Sammlung Deutsche Bank bereits 2005 in Kunstforum Seligenstadt für ein breites Echo sorgte, wurde die aktuelle Ausstellung um zusätzliche internationale Arbeiten erweitert.




Hans Arp, Arpaden (Siebdruckmappe mit zehn Blättern), 1958
Sammlung Deutsche Bank, © VG Bild-Kunst, Bonn 2006

"Wenn Du dich darauf setzt, ist es ein Stuhl. Wenn du darum herumgehst und es ansiehst, ist es eine Skulptur. Du kannst jedes Kunstwerk als Bild betrachten oder als Gegenstand. Das sind unlösbare Widersprüche – also halt den Mund und schau hin!", kommentiert Richard Artschwager, Künstler und Schreiner in einer Person, treffend jene Ambivalenz, die Zeichnung und Skulptur immer wieder verbindet wie unterscheidet.

Diesem spannungsreichen Dialog zwischen den Medien, dem Wechselspiel von zweidimensionaler Zeichnung und dreidimensionalen Raum ist die aktuelle Ausstellung im Kunstverein Ludwigshafen und Mannheimer Kunstverein gewidmet. Zu sehen sind rund 100 Skulpturen und Papierarbeiten aus der Sammlung Deutsche Bank, die einen internationalen Querschnitt der Kunst nach 1945 bieten. Dialog ist auch räumlich gesehen ein Leitgedanke der Ausstellung in den Kunstvereinen Mannheim und Ludwigshafen: ein Dialog über den Rhein hinweg - eine Landesgrenze überschreitend, ein Dialog im Sinne der Rhein-Neckar-Region.



Karin Sander, Hühnerei poliert, 1994
Sammlung Deutsche Bank, © VG Bild-Kunst, Bonn 2006

Seit mehr als 25 Jahren konzentriert sich die Sammlung Deutsche Bank als weltweit größte Unternehmenssammlung vornehmlich auf Arbeiten mit und auf Papier. Unter dem Motto "Kunst am Arbeitsplatz" ist die heute über 50.000 internationale Kunstwerke umfassende Kollektion in den Gebäuden und Niederlassungen der Bank weltweit zu sehen. Für die Schau Dialog Skulptur verließen gut 100 Skulpturen und Papierarbeiten ihre Standorte und präsentieren im Mannheimer Kunstverein ein Panorama der Strömungen der internationalen Nachkriegskunst: Jenes reicht über Hans Arps Bronze The Shell of Venus (1958) über eine Kartonskulptur Erwin Heerichs aus dem Frankfurter Büro Dr. Josef Ackermanns bis zu den exklusiven, in der Deutschen Bank, New York präsentierten Faltenzeichnungen Bruce Naumans.



Karl Hartung, Mittlerer Torso, 1948 (Bronzeplastik)
Sammlung Deutsche Bank

Mit Joseph Beuys, Dieter Roth, Inge Mahn, Richard Artschwager oder Ulrich Rückriem werden künstlerische Positionen vorgestellt, die seit den sechziger Jahren den Aktionsraum der Plastik radikal erweitern. Als Vertreter einer jüngeren Generation sind Künstler wie Stephan Balkenhol, Olaf Metzel und Martin Kippenberger in der Ausstellung präsent. Ein weiteres Highlight ist Maquette for Sun Disc/Moon Shadow V (1956-58), die Stahlskulptur der prominenten amerikanischen Bildhauerin Louise Nevelson, die aus diesem Anlass von New York nach Deutschland reist.



Andreas Slominski, Gestohlene Luftpumpe, 1998
Sammlung Deutsche Bank

Im Kunstverein Ludwigshafen öffnet sich die Schau der jüngsten Gegenwartskunst: Mit den Fallen von Andreas Slominski, wird ein für die gemeinsam von der Deutschen Bank und der Solomon R. Guggenheim Foundation betriebene Institution Deutsche Guggenheim entstandenes Auftragswerk präsentiert. Flankiert wird diese hintergründige Installation des Hamburger Künstlers von seinen Entwürfen für die "Moment"-Kunstreihe der Deutschen Bank. "Moment" lanciert temporäre Kunstprojekte im öffentlichen Raum und eröffnet so an jeweils anderen Orten weltweit ungewöhnliche Perspektiven, Bilder, Ideen oder Situationen. 2001 ließ die türkische Künstlerin Ayse Erkmen mit Shipped Ships in Frankfurt einen Monat lang Fähren aus drei Kontinenten mit ihren Heimat-Crews über den Main pendeln, während Karin Sander 2002 ihre Wortskulptur wordsearch für einen Tag in der New York Times präsentierte. Dialog Skulptur stellt in Ludwigshafen nun mit den Entwurfszeichnungen erstmalig Konzepte vor, die prominente zeitgenössische Künstler wie Tobias Rehberger, Olafur Eliasson oder Ilya Kabakov für diese wegweisende Kunstreihe entwickelten.


Mannheimer Kunstverein: 22. Januar – 26. Februar 2006
Augustaanlage 58, Mannheim
Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag 12 – 17 Uhr
Führungen Sonntag 15 Uhr
Telefon: 0621 402208

Kunstverein Ludwigshafen: 22. Januar – 19. März 2006
Bismarckstraße 44 – 48, Ludwigshafen
Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag 12 – 18 Uhr
Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr
Führungen Sonntag 14 Uhr
Telefon: 0621 528055