In dieser Ausgabe:
>> Interview Ellen Gallagher
>> Porträt Marlene Dumas
>> Neuankäufe 2005
>> Ausstellungs-Highlights 2006

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Werner Büttner: Untitled aus der Serie
"Gefahrengut", 2000,
Sammlung Deutsche Bank
Copyright: Galerie Bärbel Grässlin, Frankfurt a. M.

Zusammen mit einer Zeichnung Marlene Dumas', den C-Prints Untitled (2005) von Sharon Lockhart und Fluten (1997) von Wolfgang Tillmans sowie einer kleinen Leinwandkomposition von Astrid Klein gehören Büttners Fotografien bereits in den Kanon jener zeitgenössischen Klassiker, wie sie die Deutsche Bank ebenfalls angekauft hat. So beschäftigt sich die Fotokünstlerin Astrid Klein seit über zwei Jahrzehnten damit, den Realismus einer massenkompatibeln Bildersprache mit experimentellen fotografischen Techniken, Montagen, Rastern und Mehrfachbelichtungen zu hinterfragen.


Sharon Lockhart: Untitled (Boy with Guitar), 2005,
Sammlung Deutsche Bank


Wolfgang Tillmans: Fluten, 1997,
Sammlung Deutsche Bank


Astrid Klein: on the contrary, it must, 2002,
Sammlung Deutsche Bank, Copyright Produzentengalerie Hamburg

Die renommierte südafrikanische Künstlerin Marlene Dumas rückt den menschlichen Körper ins Zentrum ihrer Aquarelle, den sie verschwommen darstellt und dabei radikal auf seine physische Präsenz reduziert. Wolfgang Tillmans schließlich richtet den Blick auf ein zerstörerisches Schauspiel der Natur – und steht damit im krassen Gegensatz zu den Fotos von Frauke Eigen. Zwar hat sie wie der Turner-Preisträger am Arts Institute in Bournemouth studiert. Doch die limitierten Handabzüge ihrer strengen Stillleben von Nadel- und Laubwäldern erinnern eher an die frühen, detailversessenen Schwarzweiß-Fotografien eines Edward Weston oder Ansel Adams und markieren so eine der aktuell raren Positionen im Kunstbetrieb, in denen sich ein Motiv allein auf seine immanenten Qualitäten bezieht.


Frauke Eigen: Pappelwald, 2003,
Sammlung Deutsche Bank
Frauke Eigen: Frühling, 2004,
Sammlung Deutsche Bank


Hingegen kreuzt der größere Teil der jüngst erworbenen Arbeiten der Sammlung Deutsche Bank, höchst individuelle Erzählungen mit allgemeingültigen Statements. Zu den prägnanten Protagonisten dieser Entwicklung zählt die 1970 geborene Malerin Laura Owens, die in Los Angeles lebt und arbeitet. Ihre Bilder erinnern im ersten Moment an märchenhafte Illustrationen. Kindlich harmlose Fabelwesen durchstreifen fantastische Landschaften, deren mathematisches Kompositionsgefüge man nicht erkennen muss. Seine Wirkung aber bekommt zu spüren, wer allmählich merkt, dass ihn die Motive mit Querverweisen überrollen: Owens bezieht sich ebenso auf die Renaissance wie den Impressionismus, sie zitiert die Pop Art und den japanischen Holzschnitt, der die Hierarchisierung eines Motivs ablehnte und die Zentralperspektive lange nicht kannte.


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