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Fotometropole Berlin:
Bernd und Hilla Becher, Shirin Neshat und das internationale „Photography Festival“



Die zeitgenössische Fotografie erobert Berlin! Mit diesem Slogan feiert das erstmals in der Hauptstadt stattfindende, internationale „Photography Festival“ seine Premiere. Zugleich startet das Museum für Gegenwart im Hamburger Bahnhof mit zwei hochkarätigen Ausstellungen der Werke des deutschen Fotografenpaares Bernd und Hilla Becher und der iranischen Künstlerin Shirin Neshat in den Kunstherbst.



Jessica Backhaus, Blue Spoon, from Jesus and the cherries,
2001 - 2004

An den Grenzen der Dokumentation: Bis Mitte November präsentiert After the Fact, die Ausstellung zum Berlin Photography Festival im Martin-Gropius-Bau über 30 Positionen aktueller Fotografie. Auch wenn sich die gezeigten Arbeiten im Schwerpunkt mit globalen Fragestellungen auseinander setzen, geht es den teilnehmenden Fotografen nicht um die bloße Abbildung der Realität. Vielmehr zeugen die Arbeiten, die sich zwischen Tatsachenbericht und fiktiver Erzählung bewegen, von einer Verknüpfung verschiedener konzeptueller Zusammenhänge und der Nähe zur zeitgenössischen Kunst. So hat Jessica Backhaus über dreieinhalb Jahre an ihrem Zyklus Jesus and the Cherries (2001) gearbeitet, mit dem sie den Alltag polnischer Familien dokumentierte: ihre Häuser, ihre Privatsphäre, ihre Gastfreundschaft. Den einfühlsamen Porträts und Stillleben der in New York beheimateten Fotokünstlerin stehen nüchterne Szenarien gegenüber. So gibt Jo Voets Serie Bucuresti underworld (2002-2005) Einblicke in das Leben der untersten Bevölkerungsschichten Rumäniens und dokumentiert eine durch und durch trostlose Realität.



Jo Voets, Televisor. Cristina (5) is Vali and Gabi 's oldest daughter.
The family moved 4 times last year, from one dump to the next, 2002-2005

In Down to the Road of Life (1997) transformiert Masaki Hirano Bilder von Einschusslöchern und Bunkern aus Albanien und Sarajewo in abstrakt geheimnisvolle Bilder. Für Christoph Draegers Langzeit Dokumentation voyages apocalyptiques (1994-2005) begab sich der Künstler an Orte vergangenen Terrors und geht der Frage nach, ob und wie sich der Schrecken in die urbane Landschaft einschreibt.

Christoph Draeger, Hiroshima, 1999, Courtesy magnus müller berlin
Masaki Hirano, Bunkers 1, Albania, 1999


Mit einer Reihe hochkarätiger Veranstaltungen untersucht das Festival die Ausweitung dokumentarischer Möglichkeiten in den fotografischen Medien. Das ambitionierte Rahmenprogramm bietet hierbei Symposien, einen Meeting Place und zahlreiche Workshops, in denen zentrale Fragen gestellt werden: Wie ist Erkenntnis durch Fotografie möglich? Wie kann ein fotografischer Ausdruck neu konzipiert und reformiert werden? Welche Rolle spielen dabei die globalen Medien?


Bernd und Hilla Becher, 4 Gasometer, 1973
Sammlung Deutsche Bank
Bernd und Hilla Becher, aus der Serie Wassertürme (01/04), 1999, Courtesy K20K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, © Bernd und Hilla Becher, Düsseldorf, 2005


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