In dieser Ausgabe:
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Hall of Fame:
Die begehrtesten Werke in der Jubiläumsausstellung „25“


Nicht mehr als zehn Werke von 50.000 auszusuchen, das heißt vor allem begrenzen, konzentrieren und wieder auswählen, bis man seine absoluten Lieblingsstücke gefunden hat. 25 Paten haben das für die Jubiläumsausstellung „25“ getan und die Sammlung Deutsche Bank einem „externen“ Blick unterzogen. Dass bei dieser gigantischen Auswahl einige Arbeiten von mehreren Paten zugleich gewählt wurden, ist erstaunlich - und Grund genug die Objekte des Begehrens in der „Hall of Fame“ vorzustellen.



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Wo also anfangen, welche Arbeit dann doch zur Seite legen und vor allem: welche Kriterien für jene drei Favoriten finden, die sich aus der ganz persönlichen Perspektive gegen die anderen behaupten sollen? Das waren Fragen, mit denen sich die prominenten Paten konfrontiert sahen, die ihre „Lieblingswerke“ aus der weltweit größten Unternehmenssammlung auswählen sollten. Über 300 Bilder und Objekte geben nun im Deutsche Guggenheim in Berlin einen vielfältigen Überblick über die Kunst des 20. Jahrhunderts. 20 Arbeiten übten allerdings eine ganz besondere Faszination auf die beteiligten Museumsdirektoren, Kuratoren, Galeristen, Kunstberater und Banker aus: Als „Stars“ der Sammlung standen sie zugleich auf mehreren Wunschlisten der eingeladenen Paten. Doch was macht einzelne Arbeiten attraktiver als andere? Ist es überhaupt möglich, zwischen Franz Marc und August Macke abzuwägen, kann man sich für Kurt Schwitters und gegen Max Beckmann entscheiden oder Sigmar Polke gegen Joseph Beuys ausspielen?


Jede der in der Ausstellung gezeigten Arbeiten, die mit Künstlern wie Paula Modersohn-Becker , Emil Nolde oder Ernst Barlach vom beginnenden 20. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart reichen, wie sie von Miwa Yanagi, Bill Viola oder Kara Walker vertreten wird, erzählt schließlich ein Stück Kunstgeschichte. Doch nicht nur die künstlerische Qualität eines Werks noch seine kunsthistorische Bedeutung sollten in der Patenauswahl beurteilt werden.



Copyrights der Werke:
©Alys, Yvon Lambert, Paris | © Baselitz | © Beckmann, VG Bild-Kunst, Bonn 2005 | © Beuys, VG Bild-Kunst, Bonn, 2005 | © Ernst, VG Bild-Kunst, Bonn, 2005 | © Grosz, VG Bild-Kunst, Bonn, 2005 | © Kandinsky, VG Bild-Kunst, Bonn, 2005 | © Kiefer, Barjac | © Kirchner, Ingeborg & Dr. Wolfgang Henze-Ketterer, Wichtrach/Bern | © Klapheck, VG Bild-Kunst, Bonn, 2005 |

Hier ging es vielmehr darum, wie entscheidend die ausgewählten Arbeiten für die Geschichte und Genese der Sammlung sind – und zwar aus der Sicht jener, die sie als Freunde und Wegbegleiter geprägt haben. Obwohl die meisten Paten als externe Berater oder Gesprächspartner unmittelbar an der Gestaltung der Sammlung Anteil hatten, bewahrten sie sich zugleich ihren distanzierten Blick. Trotz unterschiedlichster Professionen und Verbindungen zur Kunst in der Bank kam es bei der Auswahl zu überraschenden Übereinstimmungen bei den mehrfach genannten Favoriten.



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Es fällt sofort auf, wie sehr sich die Doppelnennungen der Paten auf die deutsche Kunst konzentrieren. Hinzu kommen klare Vorlieben für figurative Tendenzen und eine deutliche Hinwendung zur Klassischen Moderne. Mit Aquarellen von Nolde, Ernst Ludwig Kirchner und Wassily Kandinsky, Blättern von OskarSchlemmer und Ernst Wilhelm Nay bis hin zu Georg Baselitz liefern die Paten ein klares „Doppelbekenntnis“ zu jenen Protagonisten, die maßgebliche Impulse für die künstlerische Sprache des 20. Jahrhunderts gegeben haben. Natürlich kommen mit Neo Rauch oder Francis Alys auch zeitgenössische und internationale Positionen vor. Aber diese sind in der gesamten Ausstellung weitaus stärker vertreten, denn in den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Schwerpunkt der Sammlung von deutscher Kunst auf globale Entwicklungen in der jungen Kunstszene verlagert.

Die „Hall of Fame“ zeichnet ein ganz eigenes Bild. Tatsächlich werden hier Arbeiten geehrt, die zum Zeitpunkt ihrer Entstehung den meisten Zeitgenossen verschlossen blieben, und deren innovative und visionäre Kraft erst aus der zeitlichen Distanz voll zur Geltung kommt. Was damals ganz offenbar nach vorn drängte, hat bis in die Gegenwart nichts von seiner Kraft eingebüßt - auch das ist eine Essenz der Sammlung, die in der „Ruhmeshalle“ der Paten erfahrbar wird.

C.M.





©Macke, Künstler und berechtigte Erben | © Marc, Künstler und berechtigte Erben | © Elisabeth Nay-Scheibler, Köln | © Nolde, Nolde-Stiftung Seebüll | © Rauch, VG Bild-Kunst, Bonn, 2005 | © Richter | © Schiele, Künstler und berechtigte Erben | © Schwitters, VG Bild-Kunst, Bonn, 2005