In dieser Ausgabe:
>> "Aus deutscher Sicht": Die Kuratorinnen im Gespräch
>> Presseschau zu "Aus deutscher Sicht" und John Baldessari

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Aufbruchstimmung:
Interview mit Britta Färber und Dr. Ariane Grigoteit zur Ausstellung "Aus deutscher Sicht" im Puschkin Museum



Puschkin Museum, Moskau

Das Kulturengagement der Deutschen Bank in Russland hat Tradition. Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert ist die Bank mit eigenen Ausstellungen und als Sponsor für Kultur im Land tätig. Im Rahmen der Deutsch-Russischen Kulturbegegnungen 2003/2004 bietet sich jetzt in Moskau die Gelegenheit, mit einer umfassenden Ausstellung deutsche Meisterwerke des 20. Jahrhunderts aus der weltweit größten Unternehmenssammlung vorzustellen: Im Puschkin-Museum gibt Aus deutscher Sicht Einblick in die Entstehung der Sammlung Deutsche Bank, die im nächsten Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Im Interview äußern sich die Kuratorinnen der Ausstellung Dr. Ariane Grigoteit und Britta Färber zur Entwicklung dieser zukunftsweisenden Zusammenarbeit, bei der das gegenseitige Verständnis, der Dialog und die Kunst als neue Währung in der Bank eine wichtige Rolle spielen.



Britta Färber bei der Pressekonferenz zur Ausstellung


Wie entstand die Idee zur Ausstellung Aus deutscher Sicht im Puschkin Museum? Können Sie uns etwas zu den Vorbereitungen erzählen?

Britta Färber: Am Anfang stand der Gedanke, etwas zu den Deutsch-Russischen Kulturbegegnungen 2003/ 2004 beizutragen, die unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau und des Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin stehen. Während die Kulturbegegnungen 2003 ihren Schwerpunkt in Deutschland hatten, liegt 2004 der Akzent in Russland auf der deutschen Kultur. So war die Deutsche Bank - und besonders auch Dr. Tessen von Heydebreck, das sowohl für das globale kulturelle und soziale Engagement als auch die wirtschaftlichen Interessen der Deutschen Bank in Russland zuständige Vorstandsmitglied - über die Einladung zur Teilnahme durch die Staatsministerin für Kultur und Medien Christina Weiss natürlich sehr erfreut. Dies besonders da die Bank seit nun über einem Vierteljahrhundert mit eigenen Ausstellungen, wie zuletzt 2002 mit Man in the Middle und der Unternehmenssammlung in Russland vertreten und hier auch als Sponsor für Kultur aktiv ist. Die Kooperation mit dem Puschkin-Museum kam der Ausstellung sehr entgegen. Nicht nur wegen seiner bedeutenden Sammlung der klassischen Moderne, sondern auch weil das hauseigene "Museum für Privatsammlungen" sich geradezu für diese Schau anbietet.



Dr. Tessen von Heydebreck und Irina Antonowa bei der Pressekonferenz

Gab es bereits vorher Beziehungen zum Puschkin-Museum seitens der Deutschen Bank?

BF: Ja, allerdings fanden diese am Anfang eher auf einer persönlichen Ebene statt. Wir haben die Direktorin des Puschkin-Museums, Irina Antonowa, 1997 schon einmal gemeinsam mit Georg Baselitz besucht, als wir dessen große Einzelausstellung aus unserer Sammlung in der Moskauer Neuen Manege vorbereiteten. Das war damals sehr beeindruckend, weil sie selbst so eine außergewöhnliche Person ist – wenn sie mit ihren heute 82 Jahren vor einem steht, sehr vital, mit wachen Augen und einem exzellenten Deutsch die Dinge direkt auf den Punkt bringt. Sie ist eine schillernde Persönlichkeit, und es entsteht das Gefühl, einen Ausschnitt der Zeitgeschichte lebendig vor sich zu haben. Zu diesem Zeitpunkt gab es jedoch noch keine konkreten Pläne für ein Projekt wie die Ausstellung "Aus deutscher Sicht".



Blick in die Ausstellung mit Arbeiten von Imi Knöbel

Gemeinsam mit Dr. Ariane Grigoteit, Global Head Deutsche Bank Art, haben Sie die Ausstellung von Seiten der Deutschen Bank kuratiert. Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit den Kuratoren des Puschkin-Museums? Was unterscheidet die "deutsche Sicht" von der "russischen Sicht"?

BF: Es ging darum, einen Rundgang durch das 20. Jahrhundert zu entwickeln, der durch sieben Räume mit entsprechenden thematischen Schwerpunkten führt. Die russischen Kuratoren haben Kataloge und Werkübersichten von uns erhalten und Herr Dr. Gorjainow war auch hier bei uns in Frankfurt zu Gast, um die Sammlung vor Ort zu besichtigen. Danach haben wir von unseren russischen Kollegen Vorschläge erhalten, die von Anfang an ganz besonders herausragende Werke der klassischen Moderne in den Vordergrund rückten.



Vernissage: Dr. Ariane Grigoteit, Britta Färber und Ausstellungsbesucher

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