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Im Winchester House: Die Deutsche Bank London lud im Rahmen der Frieze Art Fair zum Empfang


Führungen, Bellinis und ein illustres Kunstpublikum: Am Eröffnungsabend der Frieze Art Fair lud die Deutsche Bank zum Empfang ins Winchester House, der britischen Hauptniederlassung der Bank in London. Anlässlich des Sponsorings der erfolgreichen Kunstmesse, die in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfand, bot sich den Gästen in feierlicher Atmosphäre Gelegenheit, die Londoner Unternehmenssammlung hautnah zu erleben.



Anish Kapoors Secretions im Foyer der Deutschen Bank London.
Foto: Karen Black

Vibrierend, very british und angesagt: Nach der erfolgreichen Eröffnungsveranstaltung im letzten Jahr fand die Frieze Art Fair, Londons erste und größte internationale Messe für Gegenwartskunst, nun zum zweiten Mal vom 15. bis 18. Oktober im Regent's Park statt. 150 Aussteller aus aller Welt beteiligten sich an der von Amanda Sharp und Matthew Slotover - Herausgeber des einflussreichen britischen Kunstmagazins Frieze - veranstalteten Messe, darunter über 20 Galerien aus Deutschland.

Für die Deutsche Bank bot die Frieze Art Fair 2004 diesmal eine Premiere: Erstmals trat die Bank als Hauptsponsor einer internationalen Kunstmesse auf, die mit rund 2.000 präsentierten Künstlern sowohl mit Stars als auch mit Newcomern aufwartete. Es ist gerade diese Ausrichtung auf die noch weniger bekannten Künstler, die die Frieze für die Kunstförderung der Bank wie prädestiniert erscheinen lassen. Seit Begründung ihrer Sammlung Ende der siebziger Jahre fördert die Deutsche Bank durch ihre Ankäufe vor allem junge internationale Künstler. So passte es denn auch, dass die Bank gleich am ersten Abend der Kunstmesse zum Empfang in ihren britischen Hauptsitz, dem Winchester House, einlud und ihren Gästen die Gelegenheit gab, die umfangreiche Londoner Sammlung hautnah zu erleben.



Damien Hirst, Biotin-Melamide, 1995
im Foyer der Deutschen Bank London. Foto: Karen Black

Die pinkfarben angestrahlte Eingangsfront des länglich geschwungenen Baus an der Great Winchester Street signalisierte den festlichen Charakter des Abends. Gleich beim Betreten der großzügigen Empfangshalle mit ihren hellen Natursteinwänden tauchte der Besucher in eine stimmungsvolle Atmosphäre: Wie eine riesige Weihnachtsbaumkugel beherrschte Anish Kapoors spiegelnde Edelstahlskulptur Turning the World Upside Down III (1996) im rötlich-violetten Licht der Scheinwerfer den vorderen Bereich der Halle und lenkte den Blick auf Damien Hirsts minimalistisch gepunktetes Gemälde Biotin-Melamide (1995).

Nach den Strapazen des langen Messetages wurden die Gäste mit Bellinis, Champagner, Cocktails und Schokoladen-Sorbets empfangen, und so streifte man mit einem Glas in der Hand vorbei an Tony Craggs gigantischer Skulptur Secretions (1998) oder sammelte sich vor Miwa Yanagis großformatiger Fotoarbeit aus der Serie Midnight Awakening Dream (1999), die der Rezeption an der London Wall eine surreal-utopische Aura verleiht.


Hinteres Foyer mit Arbeiten von James Rosenquist und Tony Cragg.
Foto: Karen Black

Dort, wo sonst Banker, Boten und Besucher der Bank durch die Hallen strömen, sammelte sich an diesem Abend ein internationales Publikum aus Künstlern, Kuratoren, Galeristen oder Museumsleitern wie Kaspar König. Zugleich verlieh ein besonderer Gast dem Abend den angemessenen Glamour: Auch die Rocklegende Iggy Pop war gekommen, um der Londoner Sammlung einen Besuch abzustatten. Das Foyer bildete den Startpunkt zu einer umfassenden Tour durch die Sammlungsgeschichte der Bank. Den Auftakt bestritten hierbei Mark Francis und Susan Derges, die vor ihren Werken in der Sammlung über ihre Arbeit sprachen. Beide Künstler setzen sich im weitesten Sinne mit der Darstellung von Landschaft auseinander. Während die abstrakte Malerei des 1962 geborenen Francis suggestiv einen mikroskopischen Blick auf die Natur wirft und die Strukturen biologischer Formen aufgreift, arbeitet die in Devon lebende Fotokünstlerin Susan Derges mit einem ganz außergewöhnlichen Verfahren. Zu den beliebtesten der 3.000 Kunstwerke im Gebäude der Deutschen Bank London zählend, hängt eines ihrer Fotogramme am Ende eines Flures im Erdgeschoss vom Winchester House. Etwa so groß wie ein Mensch und gut einen halben Meter breit, trägt das blaue Bild den Titel Stream (1996).


Susan Derges: Stream, 1996
Sammlung Deutsche Bank, London
Es war der Fluss Taw, der Derges auf jene Idee brachte, die ihre Arbeit neu bestimmte, nämlich das Flusswasser ganz direkt zur Entwicklung ihrer Fotoarbeiten zu nutzen. Ihre ersten Schritte hin zur Beschäftigung mit Fotogrammen müssen nervenaufreibend gewesen sein: "Als ich das erste Mal losging, wusste ich noch nicht recht, was ich tat." Buchstäblich bewaffnet mit Rollen von Fotopapier ging sie hinaus in die nächtliche Dunkelheit. Die Idee war, das Papier ins strömende Wasser zu legen und es eine Mikrosekunde mit einem manuellen Blitzlicht zu belichten. Das erste Papier schwamm einfach weg. Nach einigen einsamen und zähen Nächten im Freien entwickelte sie eine funktionierende Technik. Sie konstruierte einen Aluminiumträger, in den das Papier eingespannt war und der es etwas unterhalb der Wasseroberfläche festhielt. Nach der Belichtung durch den Blitz hatte sie "Aufnahmen vom Fließen des Flusses". Sie hatte eine Möglichkeit entdeckt, sich direkt auf ihren Gegenstand einzulassen: "Der Fluss bot mir die Gelegenheit einzutauchen, statt zu konzeptualisieren."

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