In dieser Ausgabe:
>> Presseschau: Man in the Middle, Design seen at MoMA, Caravaggio
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Offenheit, Licht und Transparenz:
Die Kunstsammlung der Deutschen Bank Australien bekommt ein neues Haus



Mitte 2005 ist es soweit: Die Deutsche Bank Australien bezieht das vom Stararchitekten Sir Norman Foster entworfene Bürohaus im Herzen Sydneys. Auch der Unternehmenssammlung gibt dieses Ereignis neue Impulse
.


Sydneys Skyline mit dem neuen Domizil der Deutschen Bank Australien (Computersimulation)

Jeder fünfte Australier wohnt in der Viermillionen-Stadt Sydney. Die Deutsche Bank ist seit 1974 auf dem fünften Kontinent präsent und beschäftigt in der dynamischen und selbstbewussten Metropole tausend Mitarbeiter. Weltweit bekannt ist Sydneys Skyline: die konisch geformte Oper, die Hafenbrücke und die Hochhäuser des Geschäftsviertels prägen das Gesicht der Stadt. Mit der prosperierenden wirtschaftlichen Entwicklung blühen auch Kunst, Kultur und Architektur in der „heimlichen Hauptstadt“ auf. Begrüßte bereits 1995 Jeff Koons' monumentale, mit über 20.000 Pflanzen bestückte Blumenkultur Puppy am Hafen die Besucher des westlichsten Landes des asiatisch-pazifischen Raumes, wird ab Mitte 2005 das zukünftige Domizil der Deutsche Bank Australien das Erscheinungsbild der City mitprägen. So entsteht nach den Entwürfen des britischen Stararchitekten Sir Norman Foster an der 126. Phillip Street ein völlig neuartiges Hochhaus, das die Anforderungen eines zeitgemäßen Bürokomplexes mit den besonderen Gegebenheiten Sydneys verbindet.

Westansicht des von Sir Norman Foster entworfenen Neubaus


Offenheit, Licht und Transparenz stehen im Mittelpunkt des Entwurfes. Im zentralen Kern des 36-stöckigen Gebäudes wurde gänzlich auf tragende Stützen, wie auch auf einen durch bestimmte Funktionen gegliederten Grundriss verzichtet. Stattdessen verlegte Foster die gesamte Erschließung – die sanitären Anlagen, Fahrstühle, Treppenhäuser, Versorgungsschächte – in einen eigenen Komplex, der die ganze Westfassade des Gebäudes einnimmt. Dadurch entsteht ein bislang einmaliges Design. Während zwischen den beiden Türmen im Westteil gläserne Fahrstühle vom Untergeschoß zur Skyline emporsteigen, führen in jedem Stockwerk Brücken über das höchste Atrium Australiens in das östlich gelegene Hauptgebäude, in dem die eigentlichen Büroetagen untergebracht sind. Gleichzeitig dienen die Übergänge zwischen den einzelnen Komplexen des Towers der hausinternen Kommunikation. Großzügig angelegt, beherbergen sie Lobbys, Empfangs- und Wartebereiche.


Licht und Transparenz: Entwurf für Treppenhaus 126 Philip Street

Sir Norman Foster ist ein Architekturvisionär, dessen Bauwerke die Auseinandersetzung mit Geschichte, Standorten und funktionalen Erfordernissen in ungeheuerer Eleganz und Präzision reflektieren. Zu seinen berühmtesten Projekten gehört der Wiederaufbau und die Erweiterung des 1945 zerstörten Berliner Reichtags. In der inzwischen zum Wahrzeichen der Stadt gewordenen Glaskuppel können die Besucher sich auf spiralförmigen Galerien über den Köpfen ihrer Politiker bewegen. Die von Foster geschaffenen Räume sind zugleich kreative Denkräume. Dass sein Entwurf für die 126 Phillip Street einen herausfordernden Rahmen und für innovatives Arbeiten und Leben bildet, verdeutlicht auch der prägnante stufenförmige Abschluss des Gebäudes, der sich wie eine Himmelsleiter in den Masten eines offen emporragenden Stahlgerüstes fortsetzt. Für die Deutsche Bank Australien, die ab 2005 acht Geschosse des Komplexes beziehen wird, war 2003 mit einer Ertragssteigerung von über 40 Prozent gegenüber dem bisher besten Ergebnis ein Rekordjahr. Dementsprechend geht es bei dem Umzug ins neue Domizil nicht nur darum, Flagge an einem der prominentesten Standorte Sydneys zu zeigen, sondern auch um eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Unternehmenskultur.


Kate Abrahams vor
"Ken Whisson's Circus with Vet and Yellow Magician" (1994)
Deutsche Bank Sydney 2004

„Der Umzug in das neue Gebäude wird unsere bedeutende Position auf dem australischen Markt reflektieren und demonstriert, dass wir im Hinblick auf Innovationen führend sind“, bemerkt dazu Kate Abrahams, Head of Communications and Marketing der Deutsche Bank Australien, „Wir hoffen, diesen Ansatz auch in der Präsentation unserer Unternehmenssammlung widerspiegeln zu können. Wir wollen das gleichermaßen durch gezielte Ankäufe einheimischer Künstler, wie auch durch internationale Arbeiten zum Ausdruck bringen, die unsere globale Kultur veranschaulichen“. Wie für viele ihrer Mitarbeiter gehört für Abrahams die Kunst am Arbeitsplatz zum Alltag. Auch am jetzigen Standort der Bank im Grosvenor Place musste sie lernen, mit den unterschiedlichen Rückmeldungen auf die ausgestellten Arbeiten umzugehen.


Entalura Nangala, Ohne Titel, 1987
Sammlung Deutsche Bank


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