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Kunstschau der Superlative:
In diesem Jahr ist die Deutsche Bank erstmals Co-Sponsor der Maastrichter TEFAF




Durchgang zur Ausstellungshalle Foto: Pieter de Vries


Vorbei an farbig erleuchteten Wänden, an denen Wasser herabfließt, gelangt der Besucher durch eine lichtdurchflutete Passage in die Hallen der Maastrichter TEFAF. Jahr für Jahr verwandelt die international bedeutendste Kunst- und Antiquitätenmesse die älteste Stadt der Niederlande in ein Mekka für Sammler, Museumsleute und Kunstbegeisterte. Begriffe wie "Wunderkammer", oder "Insel der Seligen", die in der Presse immer wieder fallen, um die Veranstaltung zu beschreiben, scheinen nicht untertrieben. Bereits der Schmuck aus Hunderten von der Decke hängenden weißen Amaryllis und orangefarbenen Tulpensäulen im Eingangsbereich deuten an, dass alles an diesem Ereignis hochkarätig ist: Mehr als 200 Kunst- und Antiquitätenhändler aus 14 Ländern ziehen rund 65.000 Besucher aus der ganzen Welt an. Die TEFAF gleicht einem prunkvoll ausgestatteten Museum, in dem einfach alles zu erwerben ist. Ganz gleich ob es sich um Broschen aus dem Schatz der russischen Kronjuwelen, eine Skulptur von Rodin, eine Landschaft von Monet, Zeichnungen von Fragonard, europäische Möbel der Renaissance oder ein Gemälde von Breughel handelt: Die TEFAF ist und bleibt eine Schau der Superlative.

In diesem Jahr ist die Deutsche Bank erstmals als Co-Sponsor auf der Messe vertreten. Ein umfangreiches Rahmenprogramm bietet den Gästen in der bereits traditionellen VIP-Lounge "Expert-Talks" mit Kunstexperten der Bank, Galeristen und Fachleuten wie Henry Wyndham, dem Direktor von Sotheby's Europe, um ganz gezielt Einblick in die Chancen und Risiken des Marktes zu gewinnen.


Antiquitäten bei Frank-C. Möller, Hamburg Foto: Pieter de Vries







Tulpensäulen im Eingangsbereich


In diesem Jahr wartet die TEAF mit einem besonderen Akzent auf. Erstmals in der Geschichte der Messe ist eine besonders bemerkenswerte Auswahl von Werken von Pablo Picasso zu entdecken, darunter Buste d'homme und Le Fumeur, beide 1969, die von Landau Fine Arts (Montreal) angeboten werden. Der Trend zur Kunst des 20. Jahrhunderts ist auch auf der TEFAF unübersehbar. In der Sektion Moderne Kunst sind neben Picasso auch Künstler wie Picabia, Klee, de Chirico, Warhol, Richter, Tapies und Bourgeois vertreten, um nur einige zu nennen. So unterstrich Dr. Christina Schroeter-Herrel, Art Advisory Deutsche Bank, bei ihrer Begrüßungsrede zum ersten Messetag, dass der allgemeine Marktanteil der Altmeister von 26 auf 19 Prozent zurückgegangen sei, während sich der Anteil der Kunst des 20. Jahrhunderts von 41 auf 44 Prozent gesteigert habe. Trotz dieser Entwicklung riet Frau Schroeter-Herrel, die Altmeister oder auch die Kunst der Antike und der alten Kulturen nicht aus den Augen zu verlieren.

Allerdings ist die Sammelleidenschaft auf der TEFAF auch eine Frage des Kapitals. Wie viel man hier in Maastricht ausgeben möchte, bleibt nach oben hin offen. Das teuerste Objekt der Messe könnte dieses Mal The Golden Star sein, ein atemberaubend gelb schimmernder Diamant von 101,28 Karat, der auf dem Stand des renommierten Juwelier Graff zu bestaunen ist. Ebenso geheimnisvoll wie sein Funkeln ist allerdings auch sein Preis, der nicht offiziell genannt wird.



Kunst der Moderne auf der TEFAF Foto: Pieter de Vries