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Die Deutsche Bank und die Universität der Künste verleihen den 01 award 2003 an Pipilotti Rist


Foto: Peter Spörrer

Eine junge Frau tänzelt durch eine Einkaufsstraße. Plötzlich holt sie mit dem Arm weit aus und schlägt mit einer Stahlblume die Frontscheibe eines geparkten Autos ein. Zur Twin-Peaks -Musik von Chris Isaak fährt eine Kamera durch verfremdete Körperlandschaften.

Die Videos von Pipilotti Rist sind poetische und ebenso angriffslustige Erkundungen eines leicht derangierten Alltags, damit ist die schweizer Künstlerin international bekannt geworden und hat unter anderem den "Premio 2000" der Biennale in Venedig gewonnen. Jetzt wurde Rist mit dem 01 award 2003 ausgezeichnet, den die Deutsche Bank gemeinsam mit der Universität der Künste (UdK ) Berlin jährlich vergibt. In der Begründung heißt es, dass Rist als eine der bedeutendsten Video-Künstlerinnen weltweit gilt. Indem sie visuelle und musikalische Elemente mischt, stellt sie - oft mit einem Augenzwinkern - gängige Seh- und Hörgewohnheiten in Frage. Diese Freude am Crossover kommt nicht von ungefähr: Vor ihrer Kunstkarriere war Rist Musikerin in der Züricher Frauenband Les Reines Prochaines.

Der Preis ist nicht mit Geld dotiert, sondern an eine Honorarprofessur an der UdK gebunden. Bisher wurde der 01 award an Brian Eno (1998), Nicholas Negroponte (1999), Frieda Grafe und Enno Patalas (2000), Alan C. Kay (2001) sowie Shirin Neshat (2002) vergeben.