In dieser Ausgabe:
>> "El Regreso de los Gigantes" in Buenos Aires
>> Robert und Sonia Delaunay im Centre Pompidou
>>  Haiku-Meister der amerikanischen Psyche
   >> Rosenquist: die Retrospektive
   >> Ein Interview mit James Rosenquist

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Die "Rückkehr der Giganten" in Buenos Aires

Mit der Ausstellung Die Rückkehr der Giganten / El Regreso de los Gigantes , die vom 5. November 2003 bis zum 15. Januar 2004 im Museo Nacional de Arte Decorativo in Buenos Aires zu sehen ist, zeigt die Sammlung Deutsche Bank, wie schon auf den ersten Stationen im Museo de Arte Contemporaneo in Monterrey, im Museo de Arte Moderno in Mexico City sowie im Museu de Arte Moderna in Sao Paulo eine Auswahl von Arbeiten, denen als "Heftige Malerei" zu Beginn der achtziger Jahre ein spektakulärer Triumphzug in der Kunstwelt gelang (Katalogbestellung hier). Zu sehen sind rund 150 Arbeiten auf Papier sowie Gemälde der Künstler Elvira Bach, Georg Baselitz, Walter Dahn, Jiri Georg Dokoupil, Rainer Fetting, Antonius Höckelmann, Karl Horst Hödicke, Jörg Immendorff, Dieter Krieg, Markus Lüpertz, Helmut Middendorf und A.R. Penck.


Museo National de Arte Decorativo in Bueonos Aires

Die Ausstellung Die Rückkehr der Giganten / El Regreso de los Gigantes ist im Teamwork mit den Deutsche Bank Mitarbeitern vor Ort und der Deutsche Bank Americas Foundation realisiert worden. Mehr als 100 Kunden und Mitarbeiter aus beiden Unternehmensbereichen nahmen an der Eröffnung in der prunkvollen Stadtvilla des ehemaligen chilenischen Botschafters in Buenos Aires teil.



Die Rückkehr der Giganten, die sich hier ankündigt, ist in doppelter Hinsicht programmatisch zu verstehen. Dem gleichnamigen Werk Rainer Fettings entlehnt zitiert der Titel nicht nur die einstmalige Rückbesinnung auf die Malerei der Vormoderne, sondern verweist auf den in der Schau inszenierten Auftritt einer Malergeneration, deren Vertreter inzwischen selbst zu den "Giganten" der jüngeren deutschen Kunstgeschichte zählen. Als Vertreter der Neuen Figuration repräsentieren die gezeigten Künstler in Deutschland dabei eine künstlerische Strömung, die gerade ihren Anfang nahm, als der systematische Aufbau der Sammlung Deutsche Bank begann.

Zwölf Jahre nach dem Mauerfall ruft Die Rückkehr der Giganten eine Zeit in Erinnerung, in der sich die Kunst in Deutschland auf intensive Weise mit der Geschichte und den kulturellen Werten des eigenen Landes auseinander setzte.


Ausstellungsansicht

Jörg Immendorffs Zyklus Cafe Deutschland steht hierbei für eine individuelle deutsche Historienmalerei. Anlass zu diesem Werk gab seine Reise nach Ostberlin, wo er sich mit dem damals noch in Dresden lebenden A.R. Penck traf. Die daraus resultierende Bilderserie entwirft bewusst ein Gegenbild zu Renato Guttusos berühmten Cafe Greco und wendet sich gegen dessen politisierenden Realismus, der auf den sozialistischen Realismus der DDR seit den sechziger Jahren einen starken Einfluss ausübte.

Die in der Ausstellung gezeigten Papier-Arbeiten dienten Immendorff als Vorstudie zu den großformatigen Tafelbildern, die auf geradezu exemplarische Weise den privaten Ost-West-Konflikt zwischen den befreundeten Künstlern darstellen. In der Auseinandersetzung mit Penck werden die zum Teil zwielichtigen Vaterfiguren und Symbole der deutschen Nation und die ideologisch geprägte Konfrontation zwischen den Machtblöcken hinterfragt.

Hier findet Immendorff den Stoff für seine uneingelösten Träume: das Brandenburger Tor mit der stürzenden Quadriga, den deutschen Adler als Alptraum, das mit Eis überdeckte Deutschland, in dem noch die Panzer des Krieges stecken. Seine Gouache- und Acrylbilder deklinieren ein Vokabular, in dem sich privates Erleben und politischer Sinngehalt überschneiden. Immendorffs expressive Bilderrätsel widersetzen sich der eindeutigen Aussage aber auch der politischen Freund-Feind-Schematisierung.

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