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Die Deutsche Bank und "Das MoMA in Berlin"

Am 20. Februar 2004 wird in der Neuen Nationalgalerie Berlin die Jahrhundert-Ausstellung Das MoMA in Berlin eröffnet. Mehr als zweihundert der bedeutendsten Werke des 20. Jahrhunderts aus der Sammlung des New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) werden gezeigt, darunter Bilder von Kandinsky, Beckmann, Picasso, Matisse, Dali, Hopper oder Pollock: Von den späten Impressionisten über Werke der Klassischen Moderne bis hin zu zeitgenössischer Kunst werden die Besucher durch die bedeutendsten Kunstepochen des letzten Jahrhunderts geführt. Hauptsponsor dieser Ausstellung, zu der auch ein umfangreiches Begleitprogramm vorbereitet wird, ist die Deutsche Bank.


Vincent van Gogh
Sternennacht (The Starry Night)
©The Museum of Modern Art, New York
Erworben durch: Lillie P. Bliss Bequestl


Es wird eine Versammlung der größten Künstler des 20. Jahrhunderts sein. Von ihnen wird ein Teil der wichtigsten Werke präsentiert, darunter auch solche, die unter normalen Umständen nicht reisen dürfen, wie zum Beispiel Der Tanz von Henri Matisse oder die Sternennacht von Vincent van Gogh. Hintergrund dieser ungewöhnlichen Kooperation sind umfangreiche Umbaumaßnahmen des weltbekannten Museums in New York. Das von Yoshio Taniguchi entworfene neue Museum in Midtown Manhattan wird im Winter 2004-05 eröffnet - pünktlich zum 75. Geburtstag des MoMAs. Mit etwa 60.000 Quadratmetern wird das neue Museum fast doppelt so groß sein wie das alte.


Marcel Duchamp
Fahrrad-Rad (Bicycle Wheel), 1951
Dritte Version nach Verlust des Originals von 1913
©The Museum of Modern Art, New York
The Sidney and Harriet Janis Collection
©Succession Marcel Duchamp / VG Bild-Kunst, Bonn 2003


Dass die weltberühmte Sammlung des MoMA nicht in Paris, London oder Frankfurt, sondern in Berlin gezeigt wird, ist kein Zufall. Das Museum of Modern Art in New York und die Berliner Nationalgalerie sind seit langem eng befreundete Häuser. "So war das Feld bestens bestellt für ein Abendessen, das wir mit Glenn Lowry, Direktor des MoMAs und Peter Raue, dem Vorsitzenden unseres Vereins der Freunde der Nationalgalerie, im Frühjahr 2002 in Berlin hatten. Glenn erzählte ihm von den großen Umbauarbeiten, die dem MoMA in 2004 bevorstehen würden und seiner Idee, seine weltberühmte Sammlung in dieser Zeit auf Reisen durch Europa zu schicken. Er sprach von Paris, London und Frankfurt als Standorten. Peter Raue widersprach sofort und konnte ihn zu unserer großen Freude noch im Laufe des Abends überzeugen, dass es in Europa nur einen Standort für ein solches Projekt gibt, und das ist natürlich Berlin", berichtet Prof. Dr. Peter-Klaus Schuster, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin und Direktor der Nationalgalerie Berlin, in einem Interview.


Pablo Picasso
Drei Musikanten (Three Musicians), 1921
©The Museum of Modern Art, New York
Mrs. Simon Guggenheim Fund
©Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2003


Das MoMA in Berlin ist nicht nur ein künstlerisches, sondern auch ein historisches Ereignis. 1927 hatte der Gründungsdirektor des MoMA, Alfred H. Barr, die Neue Abteilung der Nationalgalerie im Kronprinzenpalais besucht. Er war begeistert von Ludwig Justis Konzept, ein Museum ausschließlich für moderne Kunst einzurichten. Zugleich war Barr fasziniert vom Bauhaus. Er hoffte, dass der Architekt und Direktor des Bauhauses Mies van der Rohe den ersten Museumsbau für das MoMA entwerfen würde. Dazu kam es zwar nicht, dafür baute van der Rohe die Neue Nationalgalerie. Wenn die bedeutendsten Werke aus der Sammlung des MoMA nun im fünfundsiebzigsten Jahr ihres Bestehens für sieben Monate in einem Museum von Mies van der Rohe ausgestellt werden, schließt sich der Kreis.


Roy Lichtenstein
Ertrinkendes Mädchen (Drowning Girl), 1963
©The Museum of Modern Art, New York
Philip Johnson Fund (by exchange) und
Schenkung Mr. und Mrs. Bagley Wright
©VG Bild-Kunst, Bonn 2003


Die Ausstellung wird sich wie im MoMA in die einzelnen kunsthistorischen Perioden gliedern: Von den Anfängen der modernen Kunst (Paul Cezanne, Georges Seurat, Vincent van Gogh, Paul Gaugin, James Ensor, Edvard Munch, Gustav Klimt, Henri Rousseau, Andre Derain, Georges Braque, Wassily Kandinsky, Claude Monet) über Henri Matisse und Pablo Picasso, den Kubismus und abstrakte Kunst (Juan Gris, Marc Chagall, Robert Delaunay, Fernand Leger, Giacomo Balla, Carlo Carra, Umberto Boccioni, Constantin Brancusi, Kasimir Malewitsch, Ljubow Popowa, Iwan Puni, Alexander Rodtschenko, Laszlo Moholy-Nagy, Piet Mondrian, Theo van Doesburg, Stuart Davis, Georgia O'Keeffe), fantastische Kunst, Dada und Surrealismus (Marcel Duchamp, Francis Picabia, Man Ray, Giorgio de Chirico, Paul Klee, Rene Magritte, Max Ernst, Yves Tanguy, Salvador Dali, Joan Miro, Hans Arp, Andre Masson, Alberto Giacometti, Meret Oppenheim, Alexander Calder, Joseph Cornell, Louise Bourgeois), neue Menschenbilder (Auguste Rodin, Aristide Maillol, Gaston Lachaise, Elie Nadelman, Amedeo Modigliani, Jacques Lipchitz, Otto Dix, Max Beckmann, George Grosz, Pierre Bonnard, Balthus, Edward Hopper), neue amerikanische Malerei (Willem de Kooning, Arshile Gorky, Jackson Pollock, Mark Rothko, Barnett Newman, Ad Reinhardt, Robert Motherwell, Franz Kline, David Smith, Adolph Gottlieb, Josef Hoffmann, Helen Frankenthaler, Robert Rauschenberg, Jasper Johns, Cy Twombly, Ellsworth Kelly), die Kunst des Realen (Edward Ruscha, Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Jim Dine, Tom Wesselmann, Claes Oldenburg, Frank Stella, Robert Ryman, Donald Judd, Dan Flavin, Tony Smith, Sol Le Witt, Richard Tuttle, Richard Serra, Eva Hesse) bis zu neuester zeitgenössischer Kunst (Bruce Nauman, Richard Artschwager, Philip Guston, Gerhard Richter).

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