Ivo Mesquita im Interview:

"In Lateinamerika bedeutete die künstlerische Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit auch eine Auseinandersetzung mit dem allumfassenden Modell der Moderne. Und das zog auch eine Rückkehr zu den "Giganten" Europas mit sich." Der brasilianische Kurator Ivo Mesquita über lokale Bildtraditionen, die Rezeption der deutschen Neo- Expressionisten in Lateinamerika und die Malergenerationen der Zukunft.





Magische Sinnbilder:

Im Unterschied zum eher rauen und kantigen Neoexpressionismus der Heftigen Maler in Deutschland eroberten die Künstler der italienischen Transavanguardia die Kunstwelt mit magischen Sinnbildern von phantastischen Schauplätzen und poetischen Kompositionen. Mit der Rückkehr zur figurativen Malerei entdeckten sie auch Mythen und intuitive Kräfte wieder.
Von Maria Morais





Zur Zeit scheint es, als erlebe die figurative Malerei weltweit ein Revival. Die Ausstellung Rückkehr der Giganten - Deutsche Malerei von 1975-1985, die auf ihrer Tour durch Lateinamerika nun im Museo de Arte Moderno in Mexiko City präsentiert wird, war bereits auf ihrer ersten Station in Monterrey ein Publikumserfolg. Wir haben den bekannten brasilianischen Kurator und Kunstkritiker Ivo Mesquita zum Verhältnis lateinamerikanischer Künstler zur deutschen Malerei der siebziger und achtziger Jahre befragt. Giganten und Alchemisten: Nicht nur der heftigen Malerei gelang Anfang der achtziger Jahre ein weltweiter Durchbruch. Die neo-expressiven Bilder der italienischen Transavanguardia sorgten international für Aufsehen und wurden gemeinsam mit den deutschen "Wilden" präsentiert. Aus Anlass der Ausstellung in Mexiko City hat Maria Morais einen Blick auf mystische Sinnbilder und fantastische Schauplätze der Transavanguardia geworfen und stellt Beispiele aus der Sammlung Deutsche Bank vor.