Frieze New York, Randall's Island Park. Photo: Niv Rozenberg. Courtesy of Frieze
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Frieze New York Tent. Rendering courtesy SO – IL and Frieze New York
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Frieze New York, Randall's Island Park. Photo: Niv Rozenberg. Courtesy of Frieze
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Ulla von Brandenburg, Kulissen, 2011. Installation view at Biennale de Lyon, Lyon. Photo Blaise Adilon, Courtesy Art : Concept, Paris
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Cerith Wyn Evans, ‘And If I Don’t…’ 2012. Cortesy White Cube
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Isa Genzken, Hallelujah (Portraits), 2012.Courtesy Galerie Buchholz, Berlin/Cologne
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Ryan McGinley, Whirling Swirl 1, 2011. Courtesy of Team Gallery, New York
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He An, What Makes Me Understand What I Know?, ready made neon, dimension variable, 2009.Courtesy Tang Contemporary Art, Bangkok, Hong Kong, Beijing
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Tony Oursler, Soft 79, 2011. Courtesy the artist and Lehmann Maupin, New York
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Gillian Wearing, Self Portrait of Me Now in Mask, 2011. Courtesy of Maureen Paley, London
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Adrian Ghenie, Study for Self Portrait (detail), 2011. Courtesy of the artist and Plan B Cluj / Berlin
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Dana Schutz, Talk Talk, 2010. Courtesy of the Artist and Friedrich Petzel Gallery
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Penny Slinger, Who Turns Her Back, 1977. Collage mounted on board. © Penny Slinger, 1977. Courtesy of the Artist and Broadway 1602, New York
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Tim Rollins and K.O.S., A Midsummer Night's Dream (after Shakespeare and Mendelssohn), 2008. In collaboration with neighborhood youth from the Henry Street Settlement House. Courtesy of the artist and Lehmann Maupin Gallery, New York
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Tim Rollins and K.O.S., late 1980s. © Tim Rollins and K.O.S.
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Ein Zirkuszelt, gebogene Spiegel, ein Wohnwagen in Form eines riesigen menschlichen Körpers – die Frieze Projects werden Randall’s Island „in eine Fantasiewelt verwandeln.“ Das jedenfalls verspricht Cecilia Alemani. Die junge Kuratorin hat die Künstler für die Projektreihe der ersten Frieze New York
ausgewählt. Schauplatz und Zeitpunkt der neuen Kunstmesse sind gut
gewählt: Gerade im Frühling präsentiert sich die Parklandschaft auf der
Insel im East River mit ihrem Blick auf die Skyline von Manhattan von
ihrer schönsten Seite. So sind dann auch die meisten Frieze Projects
unter freiem Himmel angesiedelt – etwa Ulla von Brandenburgs gestreiftes Zelt, in dem ein Schattenspiel aufgeführt wird, oder Virginia Overtons
zwischen den Bäumen angebrachten, gebogenen Spiegel, die den Betrachter
in eine Art Alice im Wunderland-Sphäre versetzen. Auch der von Tom Eccles, dem renommierten Direktor des Center for Curatorial Studies am Bard College,
kuratierte Skulpturenpark eröffnet nicht nur den Besuchern der Frieze,
sondern allen, die während eines Ausflugs auf Randall’s Island
unterwegs sind, die Möglichkeit zur Begegnung mit aktueller Kunst:
Publikumsliebling Tomas Saraceno realisiert eine seiner interaktiven Installationen, während Cerith Wyn Evans ein Feuerwerk inszenieren wird. Aber auch Ernesto Neto und Katja Strunz
sind mit neuen Arbeiten vertreten, die speziell für den Skulpturenpark
konzipiert worden sind. Am Ufer von Randalls's Island sind außerdem
Werke von Louise Bourgeois, Ryan Gander oder Jeppe Hein zu sehen.
Neben
dem hochkarätigen Aufgebot internationaler Galerien spricht auch das
ambitionierte Rahmenprogramm dafür, dass die New Yorker Ausgabe der
Frieze Art Fair ein ebenso großer Erfolg wird wie die Messe in London. Bereits seit ihrer zweiten Ausgabe 2004 wird sie von der Deutschen Bank
unterstützt. So lag es nahe, auch mit der Frieze New York zu
kooperieren. Die Erweiterung der Partnerschaft führt zugleich das
globale Kunstprogramm der Deutschen Bank weiter, die sich als
Hauptsponsor nach der Art Hong Kong im asiatischen Raum nun auch für eine der vielversprechendsten jungen Kunstmessen auf dem amerikanischen Kontinent engagiert.
In ihrer Lounge auf der Frieze New York zeigt die Deutsche Bank ausgewählte Werke aus der Unternehmenssammlung. Im Fokus stehen dabei Künstler, die sich mit dem Thema Musik auseinandersetzen. Während Gerhard Richter mit bemalten Glenn Gould Schallplatten vertreten ist, werden von Hanne Darboven 12 Tafeln aus ihrer Serie Hommage á Picasso gezeigt, die als Auftragsarbeit für das Deutsche Guggenheim
entstanden. „Ich schreibe mathematische Literatur und mathematische
Musik", so die Konzeptkünstlerin über ihre Schriftbilder. Bevor sie
sich für die Kunst entschied, wollte Darboven Pianistin werden und seit
1979 schrieb sie auch Musik. Ihre Komposition Opus 60 wurde als Teil von Hommage à Picasso
aufgeführt. Die Sinfonie für 120 Stimmen können sich die Besucher der
Lounge mittels QR Code sofort anhören, ebenso wie die Leser von ArtMag
auf dieser Seite. Mit John Cage ist
in der Lounge auch einer der einflussreichsten Komponisten des 20.
Jahrhunderts vertreten, der gerade auch als bildender Künstler entdeckt
wird. So widmet ihm die Berliner Akademie der Künste gerade eine umfangreiche Ausstellung. Christian Marclay bewegt sich ebenfalls zwischen den Polen Musik und bildende Kunst: Er ist mit seiner Graffiti Composition
präsent – eine 150teilige Serie, bei der die Bewohner von Berlin zu
Mitwirkenden an einer kollektiven Komposition werden konnten. Für die
jüngere Generation stehen Künstlerinnen wie Xaviera Simmons mit einer Hommage an die Sängerin Grace Jones oder Jennie C. Jones, deren Zeichnungen die elegante Lässigkeit von Bebop und Cool Jazz verkörpern.
Obwohl
New York zu den wichtigsten globalen Kunstmetropolen zählt, gab es
bislang keine Messe, die diesem Status wirklich gerecht wurde. Die Armory Show litt darunter, dass sie mit den Jahren immer größer und unübersichtlicher wurde, während bei der von der Art Dealers Association of America (ADAA) ausgerichteten Art Show
nur einheimische Galerien zugelassen sind. So hat die Frieze New York
beste Chancen, sich hier zu etablieren. Die Liste der über 170
Galerien, die bei der Premiere vertreten sind, liest sich auf jeden
Fall äußerst eindrucksvoll: Darauf finden sich nicht nur Schwergewichte
wie Hauser & Wirth, White Cube und Gagosian. Eine der weltweit bedeutendsten Galerien nimmt damit erstmals an einer Kunstmesse in New York teil. Auch The Breeder, kurimanzutto oder Neu
stehen für zukunftsweisende Positionen, die den Kunstdiskurs prägen.
Dazu kommen zahlreiche interessante Newcomer, denen die Sektionen Focus und Frame vorbehalten sind. Hier präsentiert etwa die Pekinger Galerie Tang Contemporary Art Werke von He An,
der sich in seinen Neonarbeiten und Installationen mit dem Einfluss
westlicher Mainstream-Kultur auf die chinesische Jugend
auseinandersetzt. Cinzia Friedlaender aus Berlin zeigt Vincent Vulsma.
Der Niederländer beleuchtet die Produktions-, Präsentations- und
Distributionsbedingungen innerhalb des Kunstmarkts. Eine passende Wahl,
wird doch auch von der Frieze selbst im Rahmen der Projects-Reihe die
eigene Rolle innerhalb der Kunstwelt immer wieder kritisch hinterfragt.
Mit
diesem durchaus subversiven Ansatz der Messe können sich manche
Besucher bereits auf dem Weg nach Randall’s Island vertraut machen.
Statt mit GPS sind die Limousinen für die VIP-Gäste mit UGPS
ausgestattet. Das Undependable Global Positioning System ist eine
Erfindung von Rick Moody. Der Verfasser des Romans Der Eissturm ist nicht nur als Autor, sondern auch als Musiker und Songwriter aktiv und wurde eingeladen, ein Projekt zu der Reihe Frieze Sounds beizusteuern. Sein UGPS schickt die Zuhörer auf eine poetische Reise ins Irgendwo, zu der ein Jazz-Klassiker von Chet Baker den Titel liefern könnte – Let's Get Lost. Neben Moody wurden zwei weitere Künstler eingeladen, Sound-Arbeiten zu realisieren. Martin Creed hat ein hypnotisches Schlaflied komponiert, während Frances Starks
Ton-Collage einen humorvollen Kontrapunkt zum üblichen Messegeplauder
setzt. Die Beiträge zu Frieze Sounds sind aber nicht nur in den
VIP-Limousinen zu hören: ab dem 4. Mai können sie auf der Website der
Messe heruntergeladen werden.
Klassische Klänge kennzeichnen
dagegen das vielleicht schönste der Frieze Projects: Im Schutz von
großen alten Eichen wird ein 12 Meter langer Tisch installiert, an dem Tim Rollins and Kids Of Survival
(KOS) ihren ersten offenen Workshop für Kinder und Jugendliche
durchführen. Mit Wasserfarben und Tinten wird hier auf einer Partitur
von Felix Mendelssohns Mittsommernachtstraum ein riesiges, gemeinschaftliches Bild realisiert. Die romantischen Klänge, die Shakespeares
wohl poetischstes Stück in Musik umsetzen, werden unter den Eichen zu
hören sein – und die Kinder bei ihrer kreativen „Arbeit“ sicherlich
beflügeln.
Frieze New York 4. – 7. Mai 2012 Randall’s Island Park, Manhattan, New York
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