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Vorhang auf!
Die Premiere der Frieze New York


In Rekordgeschwindigkeit hat sich die Londoner Frieze Art Fair als einer der weltweit wichtigsten Handelsplätze für junge Kunst etabliert. Seit ihrer zweiten Ausgabe 2004 engagiert sich die Deutsche Bank als Hauptsponsor für die Kunstmesse, die regelmäßig mit über 60.000 Besuchern aufwarten kann. Jetzt wagt die Frieze den Schritt über den Atlantik: Am 4. Mai eröffnet die erste Frieze New York, die ebenfalls von der Deutschen Bank gefördert wird. Ein Ausblick von Achim Drucks.


Ein Zirkuszelt, gebogene Spiegel, ein Wohnwagen in Form eines riesigen menschlichen Körpers – die Frieze Projects werden Randall’s Island „in eine Fantasiewelt verwandeln.“ Das jedenfalls verspricht Cecilia Alemani. Die junge Kuratorin hat die Künstler für die Projektreihe der ersten Frieze New York ausgewählt. Schauplatz und Zeitpunkt der neuen Kunstmesse sind gut gewählt: Gerade im Frühling präsentiert sich die Parklandschaft auf der Insel im East River mit ihrem Blick auf die Skyline von Manhattan von ihrer schönsten Seite. So sind dann auch die meisten Frieze Projects unter freiem Himmel angesiedelt – etwa Ulla von Brandenburgs gestreiftes Zelt, in dem ein Schattenspiel aufgeführt wird, oder Virginia Overtons zwischen den Bäumen angebrachten, gebogenen Spiegel, die den Betrachter in eine Art Alice im Wunderland-Sphäre versetzen. Auch der von Tom Eccles, dem renommierten Direktor des Center for Curatorial Studies am Bard College, kuratierte Skulpturenpark eröffnet nicht nur den Besuchern der Frieze, sondern allen, die während eines Ausflugs auf Randall’s Island unterwegs sind, die Möglichkeit zur Begegnung mit aktueller Kunst: Publikumsliebling Tomas Saraceno realisiert eine seiner interaktiven Installationen, während Cerith Wyn Evans ein Feuerwerk inszenieren wird. Aber auch Ernesto Neto und Katja Strunz sind mit neuen Arbeiten vertreten, die speziell für den Skulpturenpark konzipiert worden sind. Am Ufer von Randalls's Island sind außerdem Werke von Louise Bourgeois, Ryan Gander oder Jeppe Hein zu sehen.

Neben dem hochkarätigen Aufgebot internationaler Galerien spricht auch das ambitionierte Rahmenprogramm dafür, dass die New Yorker Ausgabe der Frieze Art Fair ein ebenso großer Erfolg wird wie die Messe in London. Bereits seit ihrer zweiten Ausgabe 2004 wird sie von der Deutschen Bank unterstützt. So lag es nahe, auch mit der Frieze New York zu kooperieren. Die Erweiterung der Partnerschaft führt zugleich das globale Kunstprogramm der Deutschen Bank weiter, die sich als Hauptsponsor nach der Art Hong Kong im asiatischen Raum nun auch für eine der vielversprechendsten jungen Kunstmessen auf dem amerikanischen Kontinent engagiert.

In ihrer Lounge auf der Frieze New York zeigt die Deutsche Bank ausgewählte Werke aus der Unternehmenssammlung. Im Fokus stehen dabei Künstler, die sich mit dem Thema Musik auseinandersetzen. Während Gerhard Richter mit bemalten Glenn Gould Schallplatten vertreten ist, werden von Hanne Darboven 12 Tafeln aus ihrer Serie Hommage á Picasso gezeigt, die als Auftragsarbeit für das Deutsche Guggenheim entstanden. „Ich schreibe mathematische Literatur und mathematische Musik", so die Konzeptkünstlerin über ihre Schriftbilder. Bevor sie sich für die Kunst entschied, wollte Darboven Pianistin werden und seit 1979 schrieb sie auch Musik. Ihre Komposition Opus 60 wurde als Teil von Hommage à Picasso aufgeführt. Die Sinfonie für 120 Stimmen können sich die Besucher der Lounge mittels QR Code sofort anhören, ebenso wie die Leser von ArtMag auf dieser Seite. Mit John Cage ist in der Lounge auch einer der einflussreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts vertreten, der gerade auch als bildender Künstler entdeckt wird. So widmet ihm die Berliner Akademie der Künste gerade eine umfangreiche Ausstellung. Christian Marclay bewegt sich ebenfalls zwischen den Polen Musik und bildende Kunst: Er ist mit seiner Graffiti Composition präsent – eine 150teilige Serie, bei der die Bewohner von Berlin zu Mitwirkenden an einer kollektiven Komposition werden konnten. Für die jüngere Generation stehen Künstlerinnen wie Xaviera Simmons mit einer Hommage an die Sängerin Grace Jones oder Jennie C. Jones, deren Zeichnungen die elegante Lässigkeit von Bebop und Cool Jazz verkörpern.

Obwohl New York zu den wichtigsten globalen Kunstmetropolen zählt, gab es bislang keine Messe, die diesem Status wirklich gerecht wurde. Die Armory Show litt darunter, dass sie mit den Jahren immer größer und unübersichtlicher wurde, während bei der von der Art Dealers Association of America (ADAA) ausgerichteten Art Show nur einheimische Galerien zugelassen sind. So hat die Frieze New York beste Chancen, sich hier zu etablieren. Die Liste der über 170 Galerien, die bei der Premiere vertreten sind, liest sich auf jeden Fall äußerst eindrucksvoll: Darauf finden sich nicht nur Schwergewichte wie Hauser & Wirth, White Cube und Gagosian. Eine der weltweit bedeutendsten Galerien nimmt damit erstmals an einer Kunstmesse in New York teil. Auch The Breeder, kurimanzutto oder Neu stehen für zukunftsweisende Positionen, die den Kunstdiskurs prägen. Dazu kommen zahlreiche interessante Newcomer, denen die Sektionen Focus und Frame vorbehalten sind. Hier präsentiert etwa die Pekinger Galerie Tang Contemporary Art Werke von He An, der sich in seinen Neonarbeiten und Installationen mit dem Einfluss westlicher Mainstream-Kultur auf die chinesische Jugend auseinandersetzt. Cinzia Friedlaender aus Berlin zeigt Vincent Vulsma. Der Niederländer beleuchtet die Produktions-, Präsentations- und Distributionsbedingungen innerhalb des Kunstmarkts. Eine passende Wahl, wird doch auch von der Frieze selbst im Rahmen der Projects-Reihe die eigene Rolle innerhalb der Kunstwelt immer wieder kritisch hinterfragt.

Mit diesem durchaus subversiven Ansatz der Messe können sich manche Besucher bereits auf dem Weg nach Randall’s Island vertraut machen. Statt mit GPS sind die Limousinen für die VIP-Gäste mit UGPS ausgestattet. Das Undependable Global Positioning System ist eine Erfindung von Rick Moody. Der Verfasser des Romans Der Eissturm ist nicht nur als Autor, sondern auch als Musiker und Songwriter aktiv und wurde eingeladen, ein Projekt zu der Reihe Frieze Sounds beizusteuern. Sein UGPS schickt die Zuhörer auf eine poetische Reise ins Irgendwo, zu der ein Jazz-Klassiker von Chet Baker den Titel liefern könnte – Let's Get Lost. Neben Moody wurden zwei weitere Künstler eingeladen, Sound-Arbeiten zu realisieren. Martin Creed hat ein hypnotisches Schlaflied komponiert, während Frances Starks Ton-Collage einen humorvollen Kontrapunkt zum üblichen Messegeplauder setzt. Die Beiträge zu Frieze Sounds sind aber nicht nur in den VIP-Limousinen zu hören: ab dem 4. Mai können sie auf der Website der Messe heruntergeladen werden.

Klassische Klänge kennzeichnen dagegen das vielleicht schönste der Frieze Projects: Im Schutz von großen alten Eichen wird ein 12 Meter langer Tisch installiert, an dem Tim Rollins and Kids Of Survival (KOS) ihren ersten offenen Workshop für Kinder und Jugendliche durchführen. Mit Wasserfarben und Tinten wird hier auf einer Partitur von Felix Mendelssohns Mittsommernachtstraum ein riesiges, gemeinschaftliches Bild realisiert. Die romantischen Klänge, die Shakespeares wohl poetischstes Stück in Musik umsetzen, werden unter den Eichen zu hören sein – und die Kinder bei ihrer kreativen „Arbeit“ sicherlich beflügeln.

Frieze New York
4. – 7. Mai 2012
Randall’s Island Park,
Manhattan, New York




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