Ralph Goings, McDonalds Pickup, 1970
Courtesy O.K. Harris Works of Art, New York
© Ralph Goings
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Chuck Close, Klaus, 1976
Sydney and Frances Lewis Collection
Courtesy Pace Wildenstein, New York
© Chuck Close
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Don Eddy, Untitled (Volkswagen), 1971
Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, Vienna
Photo courtesy Nancy Hoffman Gallery, New York
Photo: © MUMOK, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Vienna, Leihgabe der Österreichischen Ludwig Stiftung
© Don Eddy
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Richard Estes, The Solomon R. Guggenheim Museum,Summer 1979
Solomon R. Guggenheim Museum
Courtesy Marlborough Gallery, New York
Photo: Kristopher McKay
© Richard Estes
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Ralph Goings, Airstream, 1970
Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, Vienna
Courtesy O.K. Harris Works of Art, New York
Photo: © MUMOK, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Vienna, Leihgabe der Sammlung Ludwig, Aachen
© Ralph Goings
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Ben Schonzeit, Cauliflower, 1975
Collection Toni and Martin Sosnoff
Courtesy Nancy Hoffman Gallery, New York
© Ben Schonzeit
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Robert Bechtle, Foster’s Freeze, Escalon, 1975
Collection of the Tucson Museum of Art
Courtesy Paule Anglim Gallery, San Francisco
© Robert Bechtle
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Charles Bell, Gum Ball No.10 “Sugar Daddy”, 1975
Solomon R. Guggenheim Museum
Courtesy Louis K. Meisel Gallery, New York
Photo:Kristopher McKay
© Charles Bell
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Richard Estes, Supreme Hardware, 1974
High Museum of Art, Atlanta
Courtesy Marlborough Gallery, New York
© Richard Estes
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Eine McDonalds-Filiale an einem Highway im Süden der USA. Auf dem Parkplatz davor ein weißer Pickup in der unbarmherzigen Mittagssonne. Eine einsame Palme und ein Flaggenmast mit schlaff herabhängendem Sternenbanner ragen in die Höhe. Es ist ein typisch amerikanisches Motiv, das Ralph Goings auf seinem 1970 entstandenen Gemälde McDonalds Pickup festgehalten hat. Und doch wirkt sein hyperrealistisches Bild auf seltsame Weise doppelbödig: Weder auf dem Parkplatz noch in dem Schnellrestaurant ist ein Mensch zu sehen. Auf der Straße kein Auto, nirgendwo eine weggeworfene Burger-Verpackung. Die quadratische Leinwand zeigt ein bereinigtes, fast klinisches Bild der Wirklichkeit und lässt die McDonalds-Filiale wie ein Sinnbild für eine durch und durch homogenisierte US-Gesellschaft erscheinen.
Ralph Goings ist einer der wichtigsten Protagonisten des Fotorealismus, jener amerikanischen Kunstrichtung, die in den späten sechziger Jahren begann, alltägliche Motive mit unglaublich akribischer Detailtreue auf Gemälden festzuhalten. Mit Picturing America: Fotorealismus der 70er Jahre widmet das Deutsche Guggenheim diesen Malern jetzt eine umfassende Ausstellung. Organisiert hat sie Valerie Hillings, Kuratorin am New Yorker Guggenheim Museum. 32 Gemälde und 10 Lithografien ermöglichen einen Überblick über diese prägnante Kunstrichtung der späten sechziger und siebziger Jahre. Die Ausstellung ist in vier Abschnitte gegliedert, von denen drei die zentralen Themen des Fotorealismus in den 70er Jahren untersuchen - Reflexionen über die Stadt, Kultur des Konsums und das amerikanische Leben. Der vierte Abschnitt ist einem Portfolio mit zehn Lithografien gewidmet. Es wurde 1972 anlässlich der documenta 5 herausgegeben. Nostalgisch und unglaublich frisch zugleich, bieten die Werke der Ausstellung eine Momentaufnahme einer ganz besonderen Ära in der US- Geschichte zwischen Studentenunruhen, Ölkrise und Watergate-Affäre.
Natürlich sind in Berlin die ikonischen, großformatigen Porträts von Chuck Close oder Richard Estes' kühle Stadtlandschaften zu sehen. Gleichzeitig werden in aber auch bislang in Europa weniger bekannte Künstler wie Robert Cottingham, Audrey Flack oder Malcolm Morley gezeigt. Picturing America ist die erste große Fotorealismus-Ausstellung in Deutschland seit fast dreißig Jahren. Schon früh stießen hier die Arbeiten die Werke dieser US-Künstler auf großes Interesse: Auf Harald Szeemanns legendärer documenta 5 waren die Fotorealisten mit zahlreichen Arbeiten vertreten, ihre Gemälde wurden von bedeutenden Sammlern erworben. So sind in Picturing America auch diverse Leihgaben aus der Sammlung von Peter und Irene Ludwig zu sehen.
Die Gemälde der Fotorealisten basieren auf Fotografien, die sie auf Leinwand übertrugen. Als Vorlagen dienten ihnen Porträt- und Familienfotos, Aufnahmen von Straßenzügen, Neonreklamen, chromglänzenden Trucks und Motorrädern. Ihre Arbeiten setzen sich dabei vom dem leidenschaftlichen, subjektiven Gestus der abstrakten Expressionismus wie von der ironischen Attitüden der Pop Art ab. Die Künstler des Fotorealismus schildern den amerikanischen Alltag stattdessen mit der lakonischen Coolness einer Short Story von Raymond Carver. Ihre hyperrealistischen Gemälde von Motiven wie reflektierende Schaufenster, glänzend polierte Autos, bunte Süßigkeiten oder Schnellrestaurants werfen einen kritisch-distanzierten Blick auf die Oberflächen der amerikanischen Massenkultur. Zugleich hinterfragen sie den Anspruch der Fotografie Wirklichkeit objektiv abzubilden. Vielleicht vermittelt Ralph Goings Bild eines leeren Mc-Donalds-Parkplatzes auch deshalb eine unterschwellige Bedrohung, weil diese "Realität" tatsächlich eine Komposition ist, die auf Menschen gut verzichten kann.
Picturing America: Fotorealismus der 70er Jahre Deutsche Guggenheim, Berlin 07.03. - 10.05.2009
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