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Es ist "die schönste Altniederländer-Ausstellung seit Jahrzehnten" schreibt Willibald Sauerländer in der Süddeutschen Zeitung über Der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden. Die Schau im Frankfurter Städel Museum, die ab März dieses Jahres in die Berliner Gemäldegalerie weiterwandert, rühre an das "heißeste Eisen der Kennerschaft", denn trotz jahrzehntelanger Kontroversen ist die Urheberschaft vieler der gezeigten Gemälde heftig umstritten. Den Auseinandersetzungen um die Identität des Meisters von Flémalle widmet Petra Bosetti einen Großteil ihres Features zu der Schau für die art. An einem Punkt sind sich allerdings alle Forscher einig: "Unbestritten ist, dass dieser geheimnisvolle Meister (…) der altniederländischen Kunst völlig neue Impulse verliehen hat und den Beginn der neuzeitlichen Malerei einläutete." Auch Michael Kimmelmann von der New York Times widmet seinen Artikel vor allem den unlösbaren Fragen zur Zuschreibung der Gemälde, um dann zu dem Schluss zu kommen, dass "die Schönheit nicht nur in den Gemälden selbst sondern auch im Zweifel steckt. Dass eine Kunst von einer so tiefen, zuvor unbekannten Wirklichkeitsnähe, die jedes noch so winzige Detail der Welt genauestens wiedergab, von so viel Nebel umhüllt wird, ist paradox und erinnert uns zugleich an eine grundsätzliche Wahrheit. Große Kunst umgibt immer ein Geheimnis."
"Eine bestechend schöne Parade der frühen Niederländer" – so beschreibt Eduard Beaucamp in der FAZ die Schau im Städel, das gemeinsam mit der Gemäldegalerie "das Kunststück gestemmt hat, Hauptwerke der diskutierten Maler (…) aus den besten Museen der Welt zu versammeln und großartig miteinander korrespondieren zu lassen." "Man kann sich kaum sattsehen." In der NZZ begeistert sich Gerhard Mack besonders für den "frischen Blick auf die Welt", den die Maler dank der Ölmalerei auf ihren Leinwänden festhalten konnten. "Das menschliche Diesseits (…) kann erstmals für sich selbst gesehen und erkannt werden." Auch Petra Kipphoff unterstreicht in der Zeit die "Lust an der Realität des eigenen Alltags", die die gezeigten Gemälde auszeichnet. Tournai, die belgische Stadt, in der sich die Werkstatt des Meisters von Flémalle befand, erscheint Tim Ackermann von der Welt am Sonntag als "Laboratorium für die Erneuerung der altniederländischen Malerei und später für das Tafelbild in ganz Europa." In der Frankfurter Rundschau unterstreicht Arno Widmann den innovativen Geist der damaligen Künstler, ihr "Selbstbewusstsein und ihre Verankerung in der Moderne." "Das ist ein großer Augenblick. Ein Moment des Aufbruchs. Hier herrscht keine Untergangsstimmung (…), sondern der Hunger, das Verlangen nach Neuem und die Gewissheit, dass man es gut machen wird, besser als alles, was vorher da war. Es ist dieser Leben strotzende Optimismus (…), der diesen Bildern ihren unwiderstehlichen Reiz gibt."
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