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Die Frieze Art Fair sei "die jüngste, coolste Kunstmesse des Jahres" verkündet der Independent. Wallpaper spricht von einer "überaus erfolgreichen Messe, die London wieder in eine Kunstmetropole verwandelt hat", und die niederländische Volkskrant beschreibt ein vertrautes Bild: "Am Eingang steht eine lange Schlange von VIPs, Sammlern, hippen Kunstliebhabern und Journalisten. (…) Alles sieht perfekt aus bei der Frieze Art Fair in London, einer der großartigsten Messen für Gegenwartskunst. Tatsächlich scheint die Krise draußen in der Welt weit weg zu sein." Der britische Telegraph beobachtet jedoch, dass "viele bekannte Sammler in dem Pulk von Käufern, der sich am ersten Messetag am Eingang drängt, fehlten" und "das Geschäft ruhiger war als sonst".
"Er ist ganz dezent in der rechten unteren Ecke der Eintrittskarten und Plakate abgedruckt – ein in ein Quadrat gefasster Balken von links unten nach rechts oben: Es ist das Logo der Deutschen Bank. Ausgerechnet jetzt eine Bank als Hauptsponsor, das hat was." So beginnt deutsche Ausgabe der Vanity Fair ihren Bericht über die diesjährige Frieze, die – wie die Süddeutsche Zeitung berichtet – "inmitten des schlimmsten Bankencrashs seit Jahrzehnten" stattfand. "Seit weltweit Banken reihenweise zusammenbrechen, ist auch das Zittern am Kunstmarkt groß. Die alles beherrschende Frage: Wann platzt unsere Blase?" Doch der schon so häufig prophezeite Zusammenbruch des Marktes blieb auch diesmal aus. Die von der Süddeutschen befragten Galeristen können der "angespannten Situation" auch etwas Positives abgewinnen: "Jetzt ist die Zeit, in der sich die Spreu vom Weizen trennt" wird Antonia Josten von der Galerie Arndt & Partner von der Zeitung zitiert. Die taz spricht von einer "Krise auf höchstem Niveau" und gibt sich verhalten optimistisch: Die anfangs "zaghafte Stimmung löste sich zumindest durch die Art, wie der Stamm in der Krise zusammenrückte. Viele Liebhaber kamen, auch wenn sie mehr schauten und zögerlicher kauften. Künstler reisten zum Reden und Signieren an. Die Deutsche Bank hielt die Flagge als Hauptsponsor der Frieze Art Fair hoch und ermöglichte obendrein eine ungewöhnliche Ausstellung im Royal Institute of British Architects mit Entwürfen von Anish Kapoor." Die FAZ bemängelte, dass viele Aussteller wegen der schwierigen Rahmenbedingungen nur auf "risikofreie Namen" setzten. "Ein Manko ist die Wiederholung: Jonathan Monk bei Janda, Jonathan Monk bei Casey Kaplan, Jonathan Monk bei Yvon Lambert, bei Lisson, Meyer Riegger und Nicolai Wallner aus Kopenhagen." "Einfach warten, bis sich der Nebel lichtet" - so lautet die Devise der FAZ für den Umgang mit der Finanzkrise. Für Die Welt "setzte sich in diesem Jahr eine gewisse Bescheidenheit und neues Qualitätsbewusstsein durch". Es "fehlte die aufgepeitschte Jagdstimmung" vergangener Jahre, registrierte die art. "Die Sammler lassen sich jetzt Zeit, denken länger über Ankäufe nach, und die Galeristen haben selbst im Messetrubel Zeit für ausführlichere Gespräche, " so die Berliner Zeitung.
Auch dieses Jahr überzeugte die Messe wieder mit ihrem Rahmenprogramm wie den Frieze Projects: "Auf Londons bedeutendster Kunstmesse geht es nicht nur darum zu verkaufen. Mit ihrem breit gefächerten, kuratierten Programm hat sie sich als kulturelles Ereignis etabliert. Auch dadurch besitzt die Messe einen exzellenten Ruf", schreibt die Financial Times und der Sunday Telegraph bemerkt: "Mit den zwölf jährlichen Projekten ermöglichen die Messedirektoren Slotover and Sharp subversive Kommentare zum Kunstmark und das gerade dort, wo die Galerien ihre größten Geschäfte des Jahres machen. Dazu gehören schon Selbstbewusstsein, eine gewisse Frechheit und Nerven." Aber auch die internationale Auswahl der Galerien überzeugte: "Mit neuen Teilnehmern aus China, der Türkei, Indien und Argentinien (…) gelang der Frieze die Momentaufnahme einer zunehmend globalen, jungen und sich wandelnden Kunstszene" schrieb die New York Times. Die Wiener Presse kommt zu dem beruhigenden Ergebnis: "Sammler, Künstler und Galerien kommen heute aus allen Teilen der Welt - noch ist in London weniger eine Krise als der Beginn einer globalen Kunst zu beobachten." Und der Guardian brachte die Situation so auf den Punkt: "Der Kapitalismus mag zwar zittern, doch die Messe geht weiter."
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