Master of Flémalle, The Annunciation Triptych, ca. 1425, The Metropolitan Museum of Art, New York, Photo: The Metropolitan Museum of Art
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Master of Flémalle, Throne of Mercy, ca. 1430, Städel Museum, Frankfurt am Main, Photo: Artothek
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Meister von Flémalle, St. Veronika, ca. 1430, Städel Museum, Frankfurt am Main, Photo: Artothek
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Master of Flémalle, Fragment of a Crucification, ca. 1430, Städel Museum, Frankfurt am Main, Photo: Artothek
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Workshop of Robert Campin, Man in Prayer, ca. 1430–35, The Metropolitan Museum of Art, New York, Photo: The Metropolitan Museum of Art
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Eine kunsthistorische Sensation - so verkündete es jedenfalls kürzlich die internationale Presse. Auf einem fast 600 Jahre alten Gemälde der Londoner National Gallery glaubte ein Archäologe aus Halle ein Selbstporträt des Malers Robert Campin entdeckt zu haben: kaum größer als ein Stecknadelkopf und versteckt als Spiegelbild im rot schimmernden Stein am Ringfinger der auf dem Bild porträtierten Dame. Bei den Spezialisten für altniederländische Malerei allerdings stieß die Hypothese des Wissenschaftlers, die er nur anhand von stark vergrößerten Abbildungen aufgestellt hatte, auf einhellige Ablehnung. Die Experten gingen von einer optischen Täuschung aus.
Ein Maler mit ausschweifendem Lebensstil, der sich in Form einer winzigen Spiegelung in das Bildnis jener jungen Frau schmuggelte, die sogar seine Geliebte gewesen sein sollte - diese romanhafte Story hatte einen der spannendsten Künstler der Malereigeschichte in den Fokus der Medien gerückt. Der Flame Robert Campin, auch Meister von Flémalle genannt, war ein Pionier der detailgetreuen Wirklichkeitsdarstellung. Ihm und seinem bedeutendsten Mitarbeiter, Rogier van der Weyden, widmet das Städel Museum jetzt eine eindrucksvolle, von der Deutschen Bank geförderte Ausstellung. Obwohl Campin und van der Weyden zu den innovativsten europäischen Künstlern des 15. Jahrhunderts zählten, handelt es sich um die erste monografische Schau beider Maler überhaupt.
Neben den Brüdern Hubert und Jan van Eyck waren es vor allem diese beiden Künstler, die die Entwicklung der altniederländischen Malerei massiv vorangetrieben haben. Der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden stehen für die Entdeckung der sichtbaren Welt. Dank einer raffinierten Vervollkommnung der Technik der Ölmalerei konnten sie ihre visuellen Eindrücke in einem bis dahin unbekannten Detailreichtum festhalten - die Tränen auf der Wange einer trauernden Madonna oder kostbare Brokatstoffe, der Bartschatten im Gesicht eines Mannes oder die Blumen und Gräser auf einer Wiese. Beide Künstler erschlossen der Malerei ganz neue Motive. Ihre Arbeiten besitzen eine Eindringlichkeit, der sich auch der moderne Betrachter nicht entziehen kann.
Rund fünfzig Meisterwerke - Heiligenbilder, biblische Szenen und Porträts - sind in Frankfurt zu sehen. Einige der wichtigsten Museen der Welt haben für die Werkschau, die ab März 2009 auch in der Berliner Gemäldegalerie zu sehen ist, Bilder zur Verfügung gestellt, die aus konservatorischen Gründen sonst so gut wie nie ausgeliehen werden. Hochkarätige Leihgaben wie das Mérode-Triptychon aus der Sammlung des New Yorker Metropolitan Museum of Art, eine Verkündigungsszene aus dem Prado oder ein Diptychon aus der Petersburger Eremitage vervollkommnen so die eigenen Bestände des Städel. Die Gelegenheit, so viele bedeutende Arbeiten beider Künstler an einem Ort direkt miteinander vergleichen zu können, wird sich in absehbarer Zeit nicht wieder bieten. Achim Drucks
Der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden 21. November 2008 bis 01. März 2009 Städel Museum, Frankfurt 20. März bis 21. Juni 2009 Gemäldegalerie der Staatlichen Museen, Berlin
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