"Unwiderstehlicher Mix aus Kunst, Kommerz und Glamour" Pressestimmen
zur diesjährigen Frieze Art Fair in London
Zum
vierten Mal förderte die Deutsche Bank als Hauptsponsor die Frieze Art
Fair. Die Londoner Kunstmesse ist weiterhin auf Erfolgskurs und konnte die
Zahl ihrer Besucher erneut steigern. Strömten letztes Jahr schon 63.000
Sammler, VIPs, Journalisten und Kunstinteressierte in die Zelte im
Regent’s Park verzeichnete die Frieze diesmal 68.000 Besucher.
Die
viel beschworene Blase ist noch immer nicht geplatzt. Der Kunstboom setzt
sich unvermindert fort und auch bei den Herbstauktionen von Christie’s
und Co kamen in der britischen Hauptstadt dieses Jahr so viele und so
teure Arbeiten wie nie zuvor unter den Hammer. Selbst die bedeutenden
Auktionshäuser der Stadt scheinen also vom Erfolg der Londoner Frieze
Art Fair zu profitieren. Dabei waren manche Beobachter der Kunstszene
zu Beginn der Messe eher etwas skeptisch. "Viele hatten befürchtet, dass
sich die kürzliche Unruhe im internationalen Finanzmarkt negativ bemerkbar
machen würde. Nichts dergleichen. Alle kamen am Eröffnungstag, von Londons
Supersammler Charles
Saatchi über den New Yorker Hedge Fund Manager Tannenbaum
bis zu Modeschöpfer Tom
Ford und Model Claudia
Schiffer. Sie waren nicht zum Sehen, sondern zum Kaufen gekommen. Die
Stimmung war gut, es wurde wie wild gekauft", meldete Hans Pietsch von der Art.
Für Anne Reimers von der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung bleibt die Messe weiterhin "der Magnet im
Spektakel des Londoner Kunstherbstes". Denn, so die New
York Times: "Die Frieze Art Fair in London präsentiert einen
unwiderstehlichen Mix aus Kunst, Kommerz und Glamour. Schnell hat sie sich
den Ruf erworben, internationales Schaufenster für einige der besten
Arbeiten der Gegenwartskunst zu sein."
Mit ihrem umfangreichen
Rahmenprogramm setzt die Frieze ganz eigene Akzente: rund um die Zelte
entsteht ein temporärer Skulpturenpark, für die Frieze Commissions werden
Künstler und Institutionen eingeladen, Projekte auf der Messe zu
realisieren. Unterstützt von der Deutschen
Bank präsentierte etwa der Frankfurter
Kunstverein mit "A Delicious Feeling of Confidence" internationale
Newcomer der Gegenwartskunst mit einem Programm aus Performance, Film und
Stand-up Comedy. Die beiden Frieze-Direktoren Matthew Slotover und Amanda
Sharp haben, so die Londoner Times,
"äußerst ambitionierte Veranstaltungen, Performances und Talks
zusammengestellt, die die Frieze zu mehr als nur einer Kunstmesse machen.
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Sie ist ein Event, bei dem Kunst entsteht und der die kulturelle
Tagesordnung bestimmt". Dabei inspiriert die Messe die gesamte Kunstszene
der britischen Hauptstadt. So kommentierte Sir Nicholas Serota, Direktor
der Tate: "Die Frieze hat eine
Schlüsselrolle dabei gespielt, London zu einem der führenden Zentren der
Kunstwelt zu machen."
"Der ’Frieze Art’-Effekt hat die gesamte
Londoner Kunstwelt infiziert", bemerkte Heidi Bürklin in der Welt.
"Satellitenmessen sprießen, Galerien und Museen eröffnen ihre
Winterausstellungen und die Auktionshäuser klotzen heuer mit ihrem bisher
glänzendsten Angebot für die Gegenwartkunst. Mit dieser Messe setzte sich
London entschieden in die erste Reihe einschlägiger Ereignisse, gleich
neben Basel und Miami
Beach." Auch Georg Imdahl vom Kölner
Stadtanzeiger zeigt sich beeindruckt vom "kühlen, gestrengen
Perfektionismus und dem beständigen Niveau" der Frieze. Waldemar
Januszczak wird in der Sunday
Times fast lyrisch, um die besondere Stimmung auf der Messe zu
beschreiben: "Auf dem Papier handelt es sich nur um eine Kunstmesse. Auf
dem Papier ist Michelangelos
David
allerdings auch bloß ein Steinklumpen, das Taj
Mahal nur ein Gebäude und Helen
Mirren nur eine Schauspielerin. Ich behaupte ja nicht, dass die Frieze
keine Kunstmesse ist. Es geht mir aber darum zu sagen, dass dieser öde
Begriff nichts von den Dramen und der Begeisterung dieses Events
einfängt." Und Saskia Draxler kommt in der taz
zu einer beruhigenden Zukunftsprognose für die Londoner Messe: "Dass die
Blase geplatzt sei, kann also niemand so richtig behaupten. (…) Die
Zeltarchitektur im Regent’s
Park ist ein mobiler Aufbau, der nach Ablauf verschwindet. Die Frieze
Art Fair aber, das lässt sich absehen, wird bleiben, auch nach dem Hype." A.D.
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