Blind Dates und ein Meer von Zahlen Ausstellungs-Highlights
im Kunstprogramm der Deutschen Bank
Tokio, Buenos Aires,
Seligenstadt – nicht nur in internationalen Metropolen präsentiert die
Deutsche Bank dieses Jahr Ausschnitte ihrer umfangreichen Sammlung.
Außerdem fördert das Unternehmen 2006 wieder zahlreiche Ausstellungen rund
um den Globus. Von zeitgenössischer Fotokunst aus Deutschland bis zu den
explosiven Installationen Cai Guo Qiangs – Achim Drucks
stellt die Ausstellungs-Highlights dieses Jahres vor.
 Andreas
Gursky, Singapur Börse I, 1997, Sammlung
Deutsche Bank ©Courtesy: Monika
Sprüth Galerie, Köln/VG Bild-Kunst, Bonn 2006
Monitore
überall, ein Durcheinander aus Menschen und Computern, blinkende
Zahlenkolonnen auf riesigen Displays. Die Fotoarbeit Singapur Börse I (1997)
von Andreas Gursky
hat das alltägliche Theater an den Schaltstellen des Kapitalismus als
großformatiges Tableau eingefroren. Dieser Reichtum an Details bietet
wirklich Mehr
als das Auge fassen kann – so der Titel der durch Lateinamerika
tourenden Schau, in der Gurskys Arbeit ab diesem Frühjahr zu sehen ist.
Nachdem Wanderausstellungen wie Rückkehr
der Giganten vor allem Malerei und Zeichnungen aus der Sammlung
Deutsche Bank präsentiert haben, ist Mehr als das Auge fassen
kann erstmals allein der Fotografie gewidmet. Von Dieter
Appelt bis Wolfgang
Tillmans werden Arbeiten von über 50 deutschen Fotokünstlern gezeigt.
Nach ihrem Start im mexikanischen Monterrey wird die Auswahl durch
bedeutende Museen südamerikanischer Großstädte wie Bogota, Sao Paulo oder
Buenos Aires reisen.
 Candida
Höfer, Zoologischer Garten Stuttgart I, 1993 Sammlung
Deutsche Bank ©VG Bild-Kunst,
Bonn 2006
Man darf auf die erste Eröffnung am
17. Februar im renommierten MARCO Museum
in Monterrey gespannt sein: Das Spektrum der gezeigten Großformate und
Serien reicht von modernen "Klassikern" wie der Düsseldorfer
Schule um Bernd
und Hilla Becher bis zu den jüngsten Protagonisten der deutschen
Fotoszene. Candida
Höfers nüchterne Dokumentationen zoologischer Gärten stehen Gotthard
Graubners mystischen Impressionen aus einem Himalayakloster oder den
absurd inszenierten Sonntagsneurosen (2001) von Jürgen
Klauke gegenüber.
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Delia Keller Die
Bauhaustreppe, 2000, Sammlung Deutsche Bank, © VG Bild-Kunst, Bonn
2006
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Neben Günther
Förgs Innenaufnahmen der Villa Wittgenstein (1987) sind Delia
Kellers von Oskar
Schlemmer inspirierte Bauhaustreppe (2000) zu sehen oder Stephan
Hubers Serie Shining (2001) – Aufnahmen eines einsamen Hauses
in einer schroffen Winterlandschaft, die er als Hommage an Stanley
Kubricks gleichnamigen Horrorfilm in seinem Studio inszeniert hat.
Von
Eisschollen zur Kirschblüte in Tokio: Nach dem großen Erfolg der
Jubiläumsschau 25,
die im Frühjahr letzten Jahres im Deutsche
Guggenheim für Besucherrekorde sorgte, ist die Ausstellung ab dem 24.
März in der japanischen Hauptstadt im renommierten Hara
Museum zu sehen. Wieder hat die Star-Architektin Zaha
Hadid für ein spektakuläres Ausstellungsdesign gesorgt, diesmal jedoch
unter völlig veränderten Vorzeichen, wie bereits der Titel der Ausstellung Tokyo
Blossoms andeutet. Die Serie beweglicher, überdimensionaler
"Blüten" die Hadid für den Garten des Museums entworfen hat, sind vom
japanischen Kirschblütenfest Hanami
inspiriert, das während der Zeit der Ausstellungseröffnung zelebriert
wird.
 Peter
Fischli & David Weiss, Ohne Titel, 1991 Sammlung
Deutsche Bank
Blüten schauen, Kunst
schauen: Umgeben von kunstvoll angelegter Bepflanzung treten Hadids Werke
in einen spannungsreichen Dialog mit der kühl-modernistischen Architektur
der 1938 im Bauhausstil erbauten Stadtvilla, die heute das Museum
beherbergt. Die futuristisch-organische Formensprache der Skulpturen wird
als Kontur im Inneren des Gebäudes aufgegriffen.
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