People Mover: Die Presse im Vorfeld der
Jubiläumssausstellung "25" und zur Ausstellung "Dialog Skulptur" im
Kunstforum Seligenstadt
Selten erfuhr eine Ausstellung aus
der Sammlung Deutsche Bank bereits im Vorfeld solch eine Resonanz wie
"25". Während die Jubiläumsausstellung zum 25. Geburtstag der Sammlung
gerade erst ihre Pforten öffnet, geht es in den Berichten und Interviews
vor allem um die Ziele und Nachhaltigkeit des Kunstengagements. Das mag
auch damit zusammenhängen, dass in bundesdeutschen Medien, wie etwa dem
Handelsblatt oder der taz unter dem Schlagwort "Corporate Social
Responsibility" (CSR) verstärkt über die gesellschaftliche Verantwortung
von Unternehmen diskutiert wird. In diesem Zusammenhang bietet das
Jubiläum reichlich Anlass mit Berichten und Interviews auf das 25-jährige
Kunstengagement der Deutschen Bank zurückzublicken. Lesen Sie die Beiträge
hier und hier
.
"People Mover" lautet die programmatische Überschrift zu dem
Artikel, im dem Amanda Coulson für das englische Magazin Art Review
auf die Sammlungsgeschichte zurückblickt. Im Mittelpunkt steht für sie der
soziale Aspekt der Kunst in der Bank, wobei ihre Meinung durchweg positiv
ausfällt: Während die künstlerische Existenz sich häufig mit Verarmung
verbindet, läge es eigentlich nahe, sich die Bankwelt als herz- und
seelenlos, und völlig am Gewinn orientiert vorzustellen: "Doch für das
Sammlungsprogramm ist genau das Gegenteil der Fall." Coulson beschreibt
die Pionierleistung der Bank, Kunst am Arbeitsplatz zu zeigen, holt
Stellungnahmen von Kuratoren, Bankern und Kunstberatern ein und führt
durch den Frankfurter Unternehmenshauptsitz. Schon dass die Flure des
Frankfurter Bankgebäudes in Etagen nicht Nummern tragen, sondern die Namen
jener Künstler, die dort mit Arbeiten vertreten sind, sei ein Indikator
für die Ernsthaftigkeit der Auseinandersetzung. Und falls jemals Zweifel
an der Ankaufspolitik bestanden hätten, sollte man einen Blick auf die
Qualität der Sammlung und ihr innovatives Programm werfen - und im
Besonderen auf den Enthusiasmus der Beschäftigten.
Etwas
kritischer ging hingegen Ulf Poschardt in seinem Interview mit Dr. Tessen
von Heydebreck in der Welt am Sonntag vor. Als Vorstandsmitglied
der Deutschen Bank zeichnet von Heydebreck für die Bereiche Kunst, Kultur
Soziales verantwortlich und stand in dieser Funktion Rede und Antwort.
Weniger die Ausstellung im Deutschen Guggenheim als grundsätzliche Fragen
nach Kunstengagement standen hierbei zur Debatte: "Viele Künstler sind
links bis linksradikal, wie verträgt sich das mit dem
liberal-kapitalistischen Grundverständnis der DB? Gibt es da zuweilen
Reibereien und Berührungsängste? "Braucht eine Bundesrepublik, die sich
zur Informations- und Wissenschaftsgesellschaft wandeln muss, kulturelle
Bildung?" Auch über den Gesamtetat für kulturelle und gesellschaftliche
Aktivitäten gab von Heydebreck Auskunft. Dieser liegt immerhin bei 70
Millionen. Den gesamten Wortlaut des Interviews finden Sie
hier.
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Als Direktorin der Sammlung Deutsche Bank und Kuratorin der
Jubiläumsausstellung "25" war Ariane Grigoteit bei zahlreichen Interviews
gefordert: "Die Aktivitäten des Finanzinstituts mit der größten
Unternehmenssammlung Europas, die nun 25 Jahre alt wird, ziehen immer
weitere Kreise", stellt die Kunstzeitung ihrem Interview mit Grigoteit
voran und befragt die Direktorin der Sammlung über Kunst als Wert und
Wettbewerbsfaktor. Ein ausführliches Interview über das Konzept und die
Realisation der Ausstellung brachte der Tagesspiegel. Im Gespräch
mit Katrin Wittneven stellt Grigoteit Neuankäufe für die Sammlung vor und
verrät, warum die Kunst im Unternehmen "Die beste Aktie" ist. Das
vollständige Interview lesen sie
hier.
Die deutsche Ausgabe des Architectural Digest (AD)
widmete der Direktorin der Sammlung einen mehrseitigen Beitrag. Unter dem
Titel "Die Schatzmeisterin" zeichnet Ulrich Clewing ein facettenreiches
Kunstporträt, das verdeutlicht, wie viel persönlichen Einsatz Grigoteits
Arbeit für die Sammlung Deutsche Bank fordert: "Whatever, immerhin ist die
junge Frau für ihre Hartnäckigkeit bekannt. Und sie weiß: sanfte
Diplomatie ist oft die schärfste Waffe, gerade in der Bank. Die Kunst, so
scheint es, kann davon nur profitieren."
Von der Berliner
Jubiläumsausstellung zurück in den Frankfurter Raum. Die Ausstellung
Dialog Skulptur widmete sich im Kunstforum Seligenstadt mit rund 100
ausgewählten Werken aus der Sammlung Deutsche Bank dem Wandel des
Skulpturbegriffs von der Klassischen Moderne bis in die jüngste Gegenwart.
In der regionalen Presse stieß die Präsentation der Werke von Künstlern
wie Max
Beckmann, Joseph Beuys, Bruce Nauman
, Tony Cragg
und
Andrea Zittel auf angeregtes Interesse.
"Der Fundus der
Deutschen Bank birgt Kunst von Rang und Namen", freut sich Carsten Müller
in der Offenbach Post, und betrachtet die Ausstellung in
Seligenstadt als "Glücksfall". "Selten hat man Gelegenheit die nun seit 25
Jahren bestehende Sammlung in Augenschein zu nehmen." Besondere
Aufmerksamkeit schenkt Müller der thematischen Ausrichtung: "Entgegen dem
allgemeinen Trend zur Malerei werden Zeichnungen, Skizzen, Studien sowie
Objekte und Skulpturen gezeigt, die direkt in Beziehung stehen oder
inhaltliche Bezüge zwischen den Disziplinen herstellen. Bisweilen gar
entstehen in der anheimelnd, aber anschaulich gehängten Schau
Spannungsfelder, die auch den Betrachter mitreißen." So sind es "nicht nur
Stephan Balkenhols Skizzenblätter und Modelle", die Brücken schlagen
"zwischen den Genres, kongenial kommunizieren auch Max Beckmanns Skulptur
Adam und Eva und das Bildnis der Frau Dr. Heidel (1922) sowie
Thomas Bayrles an der Wand installierter Verkehrsmolloch Shift
(1994) mit der filigranen Zeichnung Continental City (1978), urbane
Gleichförmigkeit in das Profil eines überdimensionalen Reifens
projizierend."
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