Auf in den Kunstwinter: Die aktuellen
Ausstellungstermine der Deutschen Bank
Noch sind die Tage kurz, und das Jahr hat noch nicht so richtig begonnen. Aber
gerade in den Wintermonaten lohnt es, sich eine Auszeit für die Kunst zu
nehmen. Das Angebot an aktuellen Ausstellungen, die Arbeiten aus der
Sammlung Deutsche Bank zeigen oder von der Deutschen Bank gefördert werden
ist vielfältig: Während bereits ab dem 29. Januar die Ausstellung
No Limits, Just Edges im
Deutsche Guggenheim in Berlin anhand von Zeichnungen und Malereien auf
Papier bislang unbekannte Aspekte im Werk der amerikanischen Künstlerikone
Jackson Pollock beleuchtet, ist hier noch bis zum 16. Januar
John Baldessari zu Gast.

John Baldessari: Tiger (Orange) and
Trainer: With Three Figures (Red, Yellow, Blue),
2004, ©John Baldessari
Für die einen ist
Baldessari ein typischer Vertreter der
Pop-Art, die anderen halten den 73-jährigen Kalifornier eher für einen
Konzeptkünstler. Die Wahrheit liegt wie so oft dazwischen. Für die
Deutsche Guggenheim hat der poppige Konzeptualist mit dem dreizehnteiligen
Zyklus Somewhere Between Almost Right and Not Quite (With Orange)
eine Auftragsarbeit geschaffen, in der er den unterschiedlichsten
Einflüssen seine Reverenz erweist: dem Kino und der reinen Farbe, der
Wahrnehmung, der Psychologie und dem Chaos. Vom 22. Februar bis zum 27.
März sind Baldessaris Werke aus dem Deutschen Guggenheim dann im Neuen
Museum Weserburg Bremen zu erleben - dies ist übrigens die zehnte
Ausstellung aus der Sammlung Deutsche Bank, die im renommierten Bremer
Museum gezeigt wird.

Ausstellungsansicht: Aus Deutscher Sicht -
Meisterwerke aus der Sammlung Deutsche Bank
Von
Deutschland nach Russland und zurück: Mit zwei Ausstellungen ist die
Deutsche Bank im Januar in Moskau präsent. Noch bis zum 16. Januar sind im
Puschkin Museum unter dem Titel
Aus Deutscher Sicht Meisterwerke aus der Sammlung Deutsche Bank zu
bewundern – von den deutschen Expressionisten wie
Emil Nolde oder
Ludwig Kirchner bis zum Leipziger Malerstar
Neo Rauch. Frisch von der
Eremitage in St. Petersburg kommt
Robert Mapplethorpe and the Classical Tradition am 22.Januar ins
Moskauer Haus der Fotografie: Die ungewöhnliche Gegenüberstellung zwischen
den
Manieristen des 16. Jahrhunderts und den kühl-erotischen schwarzweiß
Fotografien des New Yorker Szenestars erregte bereits im letzten Jahr im
Deutsche Guggenheim die Gemüter.
|
|
Jan Hermensz. Muller nach Adriaen de
Vries: Apollo mit dem Bogen bewaffnet für den Kampf gegen die
Schlange, 16. Jahrhundert ©2004 State Hermitage Museum, St.
Petersburg.
|
Robert Mapplethorpe, Arnold
Schwarzenegger, 1976 ©Robert Mapplethorpe Foundation
|
Im Osnabrücker
Felix-Nussbaum-Haus wird mit Unterstützung der Kulturstiftung der
Deutschen Bank mit
New Empire noch bis zum 20. Februar wiederum die Arbeit eines
gebürtigen Moskauers gezeigt.
Maxim Kantor gehört zu den bedeutendsten Künstlern Russlands, der auch die
westliche Kunstszene mit seinen expressiven, leidenschaftlichen
künstlerischen Kommentaren bereichert. Mit seinen Gemälden und Radierungen
bekennt er sich zur gesellschaftlichen Verantwortung der Künstler.
Unbequem setzte er sich bereits vor
Glasnost in seiner Kunst mit den Strukturen des totalitären Regimes
auseinander. Er sah es als seine Aufgabe an, Menschenrechte einzufordern
und sich für die Schwachen und Unterdrückten einzusetzen.

Miwa Yanagi: Elevator Girl House 3F, 1998,
Sammlung Deutsche Bank, © Miwa Yanagi
Die
synthetischen Fotografien der jungen Japanerin
Miwa Yanagi lassen junge Frauen künstlich altern und ihre Vorstellungen
der Zukunft in bizarren Inszenierungen erleben. Die Phantasien sind
hierbei vielfältig: Yuka rast mit einem jungen Mann auf dem Motorrad die
Westküste Amerikas entlang, Regine und Yoko geben in ihrem Haus
ausgelassene Parties mit Freunden, Eriko sinniert als gealtertes Model auf
einem zum Laufsteg stilisierten Grab über ihre vergangene Schönheit.
Nachdem Yanagis surrreale Visionen von Konsum- und Teenagerkultur im
letzten Jahr das Publikum im Deutsche Guggenheim begeisterten sind sie ab
dem 24. Januar im
Mannheimer Kunstverein zu erleben.
Noch bis zum 20. Januar ist
die von der Kulturstiftung der Deutschen Bank gesponserte Ausstellung
Robert Motherwell im
Museum Morsbroich zu sehen. Wie Jackson Pollock gehörte Motherwell zur
berühmten "New York School" und zählt zu den bedeutendsten Vertretern des
abstrakten Expressionismus. Über 25 Jahre nachdem Motherwell mit einer
großen Schau in Deutschland vertreten war, zeigt das Museum Morsbroich nun
eine umfassende Retrospektive.
|