Kunst und Kaufrausch Der Ansturm auf den MoMA-Shop in
Berlin
"Wo ist euere Tasse, wo euer
Pin und wo sind die Kunst-Krawatten?" Bereits nach wenigen Tagen ist
deutlich, dass nicht nur Das MoMA in Berlin ein Publikumserfolg
ist, sondern auch der eigens eingerichtete MoMA-Shop in der Neuen
Nationalgalerie sämtliche Rekorde bricht. Besonders gefragt sind die
speziell für das Ausstellungsereignis gefertigten Produkte, die Designer
aus Berlin und New York entworfen haben. Maria Morais hat sich mit
Jörg Klambt, dem Leiter des Museums-Shops über den Run auf die
Designerstücke unterhalten und dabei herausgefunden was ein "Hot MoMA" ist.

Jörg Klambt im MoMA-Shop
Maria Morais:
Was sind die Highlights des MoMA-Shops?
Jörg Klambt:
Wir haben speziell für das Berliner MoMA entwickelte Designerstücke zu
bieten, auf denen zwar nicht das Logo von
Das MoMA in Berlin zu sehen ist, die dafür aber die Farben des Logos
aufgreifen. Der Besucher findet eine Auswahl von pinkfarbenen, schwarzen
und goldenen Produkten, die alle das unverwechselbare MoMA-Feeling
wiedergeben. Ganz toll finde ich die Artikel, die einen spielerischen
Ansatz im Umgang mit dem Wort "MoMA" verfolgen. Dazu gehört beispielsweise
diese schöne Bezeichnung der "MoMAnizer", die wir für die Mitarbeiter
gefunden haben, die durch die Ausstellung führen und das Publikum
betreuen. Sie tragen eigens für diesen Zweck entworfene pinkfarbenen
"MoMAnizer" T-Shirts, die sie sofort erkennbar machen. Diese Idee wollten
wir natürlich weiterspinnen. Einfach alles kann "MoMA" sein, und wer will,
kann als MoMA-Begeisterter Sachen eindecken, die eine eigene MoMA-Sprache
sprechen: Von T-Shirts mit "Momazing", "Momalicious", "Moman" oder
"Momantic" drauf, bis hin zu Kaffeetassen, die so schöne Titel tragen wie
"Momacino", "Momamorning" oder "Hot Moma". Ist doch heiß oder? Auch im
Kinderbereich haben wir ein tolles Sortiment. Einen ganz besonderen
Schwerpunkt bildet der Bereich Design. Da Das MoMA in Berlin
ausschließlich Malerei und Skulptur aus dem New Yorker
Museum of Modern Art zeigt, kann man bei uns den Aspekt des Designs
entdecken, der für das MoMA besonders charakteristisch ist. Hierfür haben
wir jeweils sieben New Yorker und Berliner Designer mit dem Entwurf von
Objekten beauftragt, die Oliver Vogt von dem Design Team
Vogt + Weizenegger aus Berlin kuratiert hat, und die im Shop ein
eigenes Schaufenster finden.

Blick auf die Design Objekte der 7+7 Serie
von Berliner und New Yorker Designern
MM:
Welche Objekte wurden speziell für Das MoMA in Berlin entworfen?
JK: Zum Beispiel der bereits jetzt sehr beliebte MoMA-Schal, ein
meterlanger Strick-Schal, den die Berliner Textildesignerin Sarah Siewert
entworfen hat. Er ist über und über mit den Namen der MoMA-Künstler
bedeckt, die ein wunderschönes Muster ergeben. Man kann sich richtig in
ihn einhüllen und dazu die Design-Handschuhe des New Yorkers Tobi Wong
anziehen. Es gibt einen MoMA- und einen Berlin-Ring in Pink und Schwarz,
die miteinander kombinierbar sind. Elena Mildner hat sie gestaltet, eine
in Berlin lebende Russin, die viel für das
Museum für angewandte Kunst in Wien entworfen hat. Dann gibt es noch
ganz originelle Sachen, die nicht im Zusammenhang mit dem New York-Berlin
Austausch stehen. Hierzu gehört die Stifttasche, auf die man sich das Logo
erst selbst aufmalen muss, und die von der Französin
Caroline Lisfranc entworfen wurde. Mit ihr haben wir das Konzept vom
"leeren Logo" entwickelt.

Stifttasche von Caroline Lisfranc
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Tragetasche von Caroline Lisfranc
Sechzig Artikel sind speziell zur Ausstellung gefertigt worden. Ebenso eine
Menge anderer Objekte, die eigens für die Nationalgalerie gestaltet
wurden, und sehr, sehr elegant aussehen. Das sind die etwas klassischeren
schwarzweißen Produkte, darunter Notizblöcke, Zeichenstifte oder Lineale,
auf denen die
Neue Nationalgalerie als Signet dargestellt ist. Diese Verbindung von Form
und Funktion spricht besonders die Architekturbegeisterten an. Für die
Mies van der Rohe Fans mussten wir bereits viel nachproduzieren. Aber es
kommen im Laufe der Ausstellung noch neue Extras dazu: Zu Ostern werden
wir beispielsweise einen eigenen Osterstrauß entwickeln, dann haben wir
hier in Berlin den DESIGNMAI, für
den weitere spannende Design-Artikel anstehen.

Strickschal von Sarah Siewert
MM:
Der Design Schal von Sarah Siewert gehört beispielsweise zu den Artikeln,
die vermutlich bald sehr begehrt sein werden.
JK: Das
wird so sein. Gerade vom Schal haben wir schon jetzt zwanzig Stück
verkauft und derzeit ist noch die doppelte Menge in Produktion, aber das
war es dann auch. Insgesamt wird es wohl nicht mehr als 50-60 von diesen
Schals auf der Welt geben.

Strickschal von Sarah Siewer
MM:
Sollte man sich demnach beeilen, wenn man bestimmte Sachen noch bekommen
will?
JK: Ja, der MoMA-Shop ist eine temporäre
Einrichtung, die nach sieben Monaten wieder verschwunden ist. Die Artikel
werden danach nicht mehr erhältlich sein. Das ist mit der Produktlinie für
die Neue Nationalgalerie ein bisschen anders. Ziemlich sicher werden diese
auch weiterhin im Haus angeboten werden.

Berlin-New York Design Uhr von roomsafari
MM:
Wie haben Sie sich im Vorfeld auf den zu erwartenden großen
Besucherandrang eingestellt? War dieser Ansturm absehbar?
JK:
Wir haben natürlich mit vielen Leuten gerechnet und sind von ungefähr 1000
Kunden am Tag ausgegangen. Was jetzt aber passiert übertrifft all unsere
Erwartungen. Das Lager ist komplett ausgelastet und von daher hätten wir
auch gar nicht die Möglichkeit, mehr Waren vor Ort einzulagern. Wir müssen
jetzt also immer schnell nachlegen und hoffen, dass unsere Lieferanten uns
nicht im Stich lassen.
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